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Nach Tod von Nico (14): Familie und Freunde nehmen Abschied - „Danke Baba, dass Du immer für mich da warst“

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Musik, Tanz und die Welt der Bühne hatte es Nicolas May angetan. Gerne schlüpfte er in Verkleidungen.
Musik, Tanz und die Welt der Bühne hatte es Nicolas May angetan. Gerne schlüpfte er in Verkleidungen. © Privat

Nicolas May ist tot. Der erst 14-jährige Bub starb Anfang Januar vollkommen überraschend an einem unentdeckten Herzfehler. Nun wurde er beigesetzt.

Olching - „Er war ein sehr liebevoller Junge, der die Nähe zu seinen Eltern gesucht hat.“ Manfred May ist gefasst, als er diesen Satz sagt. Und doch merkt man, dass es ihn Kraft kostet, über seinen schlimmen Verlust zu sprechen. Sein Sohn Nicolas ist Anfang Januar völlig überraschend im Alter von 14 Jahren gestorben – offenbar wegen eines unentdeckten Herzfehlers wie die Obduktion ergeben hatte.

Einen Tag später hätte für den Schüler die Generalprobe der Olchinger Tanzfreunde (OTF) für die Inthronisation der örtlichen Faschingsprinzen stattgefunden. Ein Hobby, das er so geliebt hat. Tanzen und Musik, das sei überhaupt sein Leben gewesen, erzählt der Vater über Nico.

Nicolas May (14) gestorben: Begeistertes Mitglied bei den Tanzfreunden

Nicht nur, dass er seit vier Jahren begeistertes Mitglied der OTF war. Nicolas hatte den Hip-Hop für sich entdeckt und außerdem in einer Tanzschule in Olching ganz klassisch Tanzstunden genommen. Dazu kam noch Gitarrenunterricht in einem Fürstenfeldbrucker Musikstudio. „Er ist da ganz eingetaucht ins Tanzen und die Musik“, so Manfred May, der selbst seit 25 Jahren als DJ tätig ist.

Dass ihm sein Sohn aber ein eigens komponiertes Lied gewidmet hat, erfüllt den Vater mit Stolz. „Danke Baba, dass Du immer für mich da warst. Danke Baba, dass Du alles für mich getan hast“, heißt es im Text des Songs. „Das hat gepasst, für ihn und für uns“ so Manfred May, bekannt auch durch sein Germeringer Geschäft „Trachtenwahnsinn“.

So helfe nun die Erinnerung an die letzten Tage und Stunden. Nicolas hatte Silvester bei seinem Vater in Fürstenfeldbruck verbracht, und auch noch die ersten beiden Tage des neuen Jahres. Dann brachte May den 14-Jährigen zu Mutter Melanie zurück, die Eltern leben getrennt. Die Mutter leitet ein Bestattungsunternehmen in Fürstenfeldbruck.

Nicolas (14) starb an unentdecktem Herzfehler: Bub hatte eine soziale Ader

Bei der Verabschiedung zwischen Vater und Sohn blieb es nicht beim dem sonst üblichen „Auf Wiedersehen“. „Nico hat mich diesmal zweimal umarmt“, erzählt der Vater. Nur ein paar Stunden später sei der Anruf der Mutter gekommen, die die furchtbare Nachricht vom Tod des Jungen überbrachte. Ein paar Tage vorher hatte Nicolas noch einem Mädchen geholfen, das am Olchinger Bahnhof zusammengebrochen war. „Er hatte überhaupt eine soziale Ader, war sehr hilfsbereit“, sagt Manfred May. Wenn ein Mitschüler angemacht worden sei, habe er diesem wie selbstverständlich geholfen.

Abschied der Mitschüler in Maisach: Im Sinne von Nico

Auch in der Orlando-di-Lasso-Realschule in Maisach blieb die Hilfsbereitschaft des Schülers nicht verborgen. „Wir sind sehr dankbar, dass Du unsere Gemeinschaft mit Deiner fröhlichen Art und Deinem herzlichen Wesen bereichert hast“, schrieb Rektorin Doris Lux in der Traueranzeige. Für die Mitschüler gab es ein Trauerzimmer zum Abschiednehmen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern bekamen die Schulkameraden dazu auch bei der Urnenbeisetzung im Olchinger Parkfriedhof Gelegenheit.

Als sehr hilfreich empfanden die Eltern die Unterstützung des Kriseninterventionsteams. „Obwohl ich das nur im Unterbewusstsein wahrgenommen habe. Aber ich war dankbar, dass jemand für mich da war, für uns als Eltern“, so Manfred May. Deshalb sei die Entscheidung schnell festgestanden, die OTF-Inthronisation trotz der Tragik des viel zu frühen Todes seines Sohnes stattfinden zu lassen – an der Martinschule, dort wo Nicolas seine Grundschulzeit verbracht hatte.

„Es war zu 100 Prozent die richtige Entscheidung“, so Manfred May. Die OTF und ihr Vorsitzender Adalbert Heim hätten die knapp eineinhalb Stunden mit viel Respekt gestaltet. Besonders beeindruckte es den Vater, wie die einzelnen Gruppen das Bild seines Sohnes ins Programm eingebaut hätten. „Es wäre im Sinne von Nico gewesen.“ Dass er bei der Inthronisation anwesend war, sei ein Zeichen der Dankbarkeit gegenüber den OTF gewesen. Dort, wo Nico in Musik und Tanzen eintauchen konnte. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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