Ultimatum im Grundstücksstreit läuft am Mittwoch aus

Geheimer Rettungsplan für Olympia?

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Werbung für Biathlon, Skispringen, Ski-WM – der Kreisort ist bereits jetzt ein Wintersport-Mekka.

Garmisch-Partenkirchen/München - Am Mittwoch verstreicht ein Ultimatum olympiakritischer Grundbesitzer. Hinter den Kulissen der Staatskanzlei wird derweil an einem geheimen Rettungsplan für Olympia 2018 gestrickt.

Bei der olympischen Großwetterlage zeichnet sich noch immer keine Besserung ab. Weiterhin trüben dunkle Wolken über dem Junior- Partnerort Garmisch-Partenkirchen die Erfolgsaussichten der Bewerbung für die Winterspiele 2018. Heute dürfte die Eiszeit bei den Verhandlungen einen neuen Höhepunkt erreichen: Ein Ultimatum olympiakritischer Grundbesitzer läuft aus – und wird von der Staatskanzlei notgedrungen ignoriert. Der Brisanz dieses symbolischen Akts ist sich Chefvermittler Siegfried Schneider durchaus bewusst. Hinter den Kulissen brüten die Beamten des besonnenen Ministers bereits über einem geheimen Olympia-Rettungsplan. Er hat eine Bewerbung ohne die Flächen der 59 widerspenstigen Eigentümer zum Ziel.

„Wir suchen weiterhin nach einer Lösung, arbeiten aber parallel an Alternativen“, bestätigte ein Sprecher der Staatskanzlei der tz. Zeitdruck gebe es nicht. Schließlich könne die Bewerbungsgesellschaft ihre Unterlagen zunächst auch ohne genaue Festlegung auf die Grundstücke beim IOC abgeben. Selbst bis zum Besuch der IOC-Experten im März – dann kommt die so genannte Evaluierungskommission – müsse die Liste der Ländereien noch nicht komplett sein, so der Staatskanzlei- Sprecher weiter.

„Schneider spielt auf Zeit, um irgendwie einen Plan B zu realisieren“, glaubt ein einflussreicher Gemeinderat. Etwas anderes scheint dem Minister auch gar nicht übrig zu bleiben. Zwar hat er abermals Bittbriefe an die Neinsager gesandt, aber das halten selbst viele Olympia-Befürworter nurfüreinenAlibi-Schachzug. Nur wenige glauben noch daran, dass sich die 59 widerspenstigen Landbesitzer zur (Staats-) Räson bringen lassen.

Ihr Anwalt Ludwig Seitz will jetzt einen Brandbrief ans IOC fertig machen. Bis zum heutigen Dienstag hatte er der Staatsregierung Zeit gelassen, die Bewerbung zurückzunehmen. Sonst, so die unverhohlene Drohung, würden sich die Grundbesitzer selbst an das Kommittee wenden. Diese Kampfansage allein beeindruckt die Staatsregierung freilich wenig. Ihre Sorge, dass sich das IOC dadurch negativ beeinflussen lassen wird, hält sich in Grenzen. Jedenfalls dann, wenn die Bewerbungsgesellschaft in den nächsten Monaten alternative Lösungen präsentieren kann.

Ob ihr das gelingt, bleibt jedoch mehr als fraglich. „Die Bewerbung wollte immer mit dem Pfund wuchern, dass die Deutschen gut organisieren können“, ätzt der Grünen-Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann. Doch in den vergangenen Monaten ist das mit der Organisation immer wieder schiefgegangen.“

Andreas Beez

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