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„Bayern kann Gipfel“: Söder frohlockt – doch Gastronomie klagt über G7-„Schaden“

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Von: Lukas Schierlinger, Thomas Eldersch

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Das G7-Gipfeltreffen auf Schloss Elmau ist zu Ende gegangen. Zeit, Bilanz zu ziehen. Je nach Blickwinkel fällt diese aber unterschiedlich aus.

Update 28. Juni, 22.30 Uhr: Ein ganzes Justizzentrum war im Rahmen des G7-Gipfels in Elmau im Skistation von Garmisch-Partenkirchen errichtet worden. Es enthielt auch 50 Container, die als Arrestzellen fungierten. Doch die Bilanz des Gipfeltreffens in Bayern zeigt: Gerade einmal zwei Menschen waren dort untergebracht worden. Platz wäre für 150 Personen gewesen.

Justizsprecher Florian Gliwitzky zufolge wurden im Laufe des Gipfeltreffens nur zwei Haftbefehle verhängt. Gegen einen Mann, weil dieser gegen das Vermummungsverbot verstieß und sich weigerte, seine Personalien anzugeben. Und ein Haftbefehl, der mit dem G7-Gipfel gar nichts zu tun hatte – bei den Grenzkontrollen war eine Person mit gefälschtem Ausweis angetroffen worden.

G7-Gipfel in Elmau: Söder zieht positives Fazit, Gastronomie-Branche klagt über erlittenen „Schaden“

Update 28. Juni, 18.10 Uhr: Ein monatelanger Ausnahmezustand endet – und alle Seiten ziehen ein Fazit. Während es heftige Kritik von den Demo-Organisatoren gibt – von „demütigenden Kontrollen“ ist die Rede –, freut sich Söder über eine erfolgreiche Ausrichtung des G7-Gipfels in Elmau. „Bayern kann Gipfel“, so der CSU-Chef, aber: „Jetzt ist aber auch mal wieder gut.“

Der Hotel- und Gaststättenverband in Garmisch-Partenkirchen ist dagegen zweigeteilter Meinung. Zwar waren die Hotels voll, dies wäre aber dank Tourismus so oder so der Fall gewesen, sagte der Ortsvorsitzende des Verbandes, Daniel Schimmer. Für die Gastronomie sieht es nicht gut aus: Die einheimische Gastronomie sei nicht genutzt worden, stattdessen stellte man riesige Catering-Zelte mit teils auswärtigen Anbietern auf. Nun müsse man „auswerten, wie groß der Schaden war im Vergleich zum Nutzen“, so Schimmer.

Update 28. Juni, 14.57 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verteidigt die hohe Polizeipräsenz in Garmisch-Partenkirchen und Elmau. Aber: Er ist unzufrieden mit der Zusammenarbeit mit dem Secret Service, der den US-Präsidenten schützt. „Es ist nicht einfach.“ Secret-Service-Angaben seien oft vage. Zur zweistündigen Straßensperrung in Garmisch-Partenkirchen sagte Herrmann bei einer Pressekonferenz im Innenministerium: „Das ist eine Zumutung für die Bevölkerung. Das ist nicht normal. Das bedaure ich.“

Polizei macht Ausnahme für junge Mutter: Sie darf gesperrte Straße in Garmisch-Partenkirchen überqueren

Update 28. Juni, 13.59 Uhr: Wegen der Abreise von US-Präsident Joe Biden vom G7-Gipfel haben Einheimische wie Besucher rund eineinhalb Stunden die durch Garmisch-Partenkirchen führende B2 nicht überqueren können. Bei kühlen Temperaturen fingen während der Wartezeit nicht nur Kinder in T-Shirts und kurzen Hosen an zu frösteln. Dennoch nahmen es die Betroffenen überwiegend stoisch, teils mit Galgenhumor hin.

Obwohl in der circa 1,5-stündigen Phase mit der höchsten Sicherheitsstufe noch nicht einmal mehr Polizeikräfte die fast durchgängig von Gittern gesäumte Straße überqueren durften, machten die Beamten zumindest in einem Fall eine Ausnahme: Eine junge Mutter durfte hinübereilen. Sie hatte nur schnell ein Brot gekauft - und ihr kleines Kind derweil in der Wohnung alleine zurückgelassen.

Update 28. Juni, 13.08 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern von Krün und Garmisch-Partenkirchen. „So ein Treffen ist für die Bürgerinnen und Bürger dieser Orte eben auch mit Belastungen verbunden gewesen“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag zum Abschluss des dreitägigen G7-Gipfels. „Und deshalb: Danke. Danke für das Verständnis, für die Unterstützung und sicherlich an der einen oder anderen Stelle auch für den Langmut.“

G7-Gipfel in Elmau: Biden landet in München und steigt in Air Force One

Update 28. Juni, 12.35 Uhr: Live-Bilder des Fernsehsenders ntv belegen: Joe Biden hat seinen Hubschrauberflug erfolgreich abgeschlossen. Der US-Präsident steigt jetzt die Stufen zur Air Force One hinauf, winkt nach seinem Besuch des G7-Gipfels auf Schloss Elmau noch einmal zum Abschied. Zeitgleich spricht Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Elmau über die wichtigsten Ergebnisse der hochkarätigen Zusammenkunft.

Joe Biden in München
Joe Biden bei seinem Abflug aus München. © Brendan Smialowski / AFP

Update 28. Juni, 12.25 Uhr: Offenbar soll US-Präsident Joe Biden schon demnächst per Hubschrauber in München einschweben. In der Landeshauptstadt wartet die Air Force One, die ihn zum Nato-Gipfel nach Madrid transportieren soll.

Nach G7-Gipfel auf Schloss Elmau: Biden-Tross fährt durch Garmisch-Partenkirchen - wie geht‘s weiter nach München?

Update 28. Juni, 11.31 Uhr: Noch nicht offiziell bestätigt ist, dass Biden vom Flugplatz Ohlstadt dann weiter zum Flughafen München geflogen werden soll. Von dort dürfte ihn die Air Force One weiter nach Madrid bringen.

Update 28. Juni, 11.26 Uhr: Jetzt hat der große Biden-Tross Garmisch-Partenkirchen durchquert, begleitet von hoher Polizeipräsenz und einigen Schaulustigen.

Update 28. Juni, 11.16 Uhr: Der US-Präsident und seine Eskorte sind inzwischen durch Klais gerollt; das belegen aktuelle Videoaufnahmen von Anwohnern. Laut Planungsstab in Garmisch-Partenkirchen umfasst der Biden-Konvoi insgesamt 47 Fahrzeuge.

Bidens frühzeitige Abreise: US-Präsident verlässt G7-Gipfel auf Schloss Elmau

Update 28. Juni, 10.59 Uhr: Bewegung auf Schloss Elmau. Laut unseres Reporters vor Ort hat sich der Biden-Tross soeben in Bewegung gesetzt.

Biden reist ab
Die Biden-Kolonne hat Schloss Elmau verlassen. © Göttler

Update 28. Juni, 10.45 Uhr: Eine erste Vorhut aus Polizeifahrzeugen ist soeben durch Garmisch-Partenkirchen gefahren; bis Joe Biden vorbeibraust, dürfte es nicht mehr lange dauern.

Update 28. Juni, 10.40 Uhr: Weitere Menschen melden sich beim Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, denen die Sperrungen Probleme bereiten. „Ich stehe gerade mit dem Auto in Eschenlohe und komm nicht nach Garmisch-Partenkirchen in die Arbeit“, sagt Bianca Sasso. Was sie besonders ärgert: „Keiner kann mir sagen, wann ich endlich durchfahren darf.“ So wie Sasso geht es aktuellen vielen Menschen, die vor der gesperrten Protokollstrecke warten müssen.

Urlauber wegen Streckensperrungen „angepisst“: Weg wegen G7-Gipfel abgeschnitten

Update 28. Juni, 10.34 Uhr: Ein Pärchen aus dem Bayerischen Wald teilt seinen Unmut über die Straßensperrung: „Wir sind echt angepisst.“ Sie hatten in der Gegend rund um Garmisch-Partenkirchen einen Kurzurlaub gebucht, das Zimmer war nach nicht mehr stornierbar, nachdem feststand, dass der G7-Gipfel auf Schloss Elmau stattfinden würde.

Eigentlich war das Paar auf der österreichischen Seite geblieben, heute wollte es Garmisch anschauen und auf dem Heimweg in die Therme Erding. Durch die Sperrung der „Protokollstrecke“ ist der Weg zum Auto abgeschnitten. Die junge Frau redet sich in Rage. Ihr Partner kann darüber nur lachen und schüttelt den Kopf. „Wir haben auch Angst, dass wir einen Strafzettel kriegen.“ Andere Bürger an der Absperrung geben sich eher entspannt.

Update 28. Juni, 10.26 Uhr: Informationen unserer Reporter vor Ort zufolge bleibt die „Protollstrecke“ bis etwa 15 Uhr gesperrt. Womöglich werden alle Staatschefs im Auto abtransportiert; Grund sollen mögliche Wetterkapriolen sein.

Update 28. Juni, 10.21 Uhr: Aus Polizeikreisen heißt es nun, dass sich die Biden-Karawanne um 10.40 Uhr am Schloss Elmau in Bewegung setzen soll. Das Weiße Haus nennt unterdessen das schlechte Wetter als Grund für die verfrühte Abreise des US-Präsidenten. Biden macht sich im Anschluss an das G7-Spitzentreffen auf Schloss Elmau auf nach Madrid. Dort findet am Mittwoch und Donnerstag der Nato-Gipfel statt. 

Update 28. Juni, 10.11 Uhr: Laut G7-Zeitplan nimmt Joe Biden derzeit noch an einem Abschlussgespräch mit Olaf Scholz, Emmanuel Macron und Boris Johnson teil. Rund um Schloss Elmau laufen derweil die Abreisevorbereitungen.

Bürger von plötzlicher Planänderung betroffen: Straßen auch für Fußgänge gesperrt

Update 28. Juni, 9.45 Uhr: Riesenärger in der Region: Kindergärten und Schulen melden sich, dass Kinder aufgrund der Planänderung bezüglich der Abreise des US-Präsidenten nicht abgeholt werden können. Das betrifft unter anderem Partenkirchen und Farchant. Die Straßen sind nun für jegliche Verkehrsteilnehmer - das betrifft auch Fußgänger - gesperrt.

Update 28. Juni, 9.36 Uhr: Polizisten vor Ort bestätigen nicht offiziell, dass hier schon für Joe Biden abgesperrt wird. Es gehe „primär darum, die Straßen freizuhalten“, heißt es laut unserer Reporterin ganz kryptisch. Offenbar wird nun auch ein Hubschrauber eingesetzt, um die relevante Strecke abzufliegen.

Update 28. Juni, 9.25 Uhr: Joe Biden verlässt den Tagungsort offenbar früher als geplant. Ursprünglich war seine Abreise für 12 Uhr vorgesehen.

Biden-Abreise früher als geplant? Erste Vorbereitungen an der „Protokollstrecke“

Update 28. Juni, 9.13 Uhr: Macht sich der US-Präsident trotz guten Wetters mit dem Auto auf den Weg? Dafür gibt es erste Anzeichen. An der sogenannten „Protollstrecke“ laufen zur Stunde Vorbereitungen der Polizei, wie unsere Reporter vor Ort berichten. Auch Schaulustige haben sich bereits versammelt.

Polizei in GAP
Polizisten an der „Protokollstrecke“ für die G7-Staatschefs. © Tanja Kipke

G7-Gipfel in Elmau: Wie reist Joe Biden heute ab?

Ursprungsmeldung:

Garmisch-Partenkirchen – Der G7-Gipfel in Elmau neigt sich dem Ende zu. Nach zahlreichen bilateralen Gesprächen unter den Staats- und Regierungschefs und mehreren intensiven Arbeitssitzungen beginnt am heutigen Dienstag, 28. Juni, der dritte und letzte Gipfel-Tag. Zentrales Thema wird heute wohl wieder der Ukraine-Krieg und seine Folgen sein. Bislang sprachen die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, USA, Kanada, Frankreich, Italien, Großbritannien, Japan und Vertretern der EU daneben auch über den Klimaschutz, Hilfen für Hunger-leidende Menschen in Afrika und die Nato-Erweiterung.

Wie auch die Tage zuvor ist der Dienstag streng durchgetaktet. Am Morgen stehen noch einmal Gespräche zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz, US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierminister Boris Johnson an. Eine letzte Arbeitssitzung ist für den Anschluss vorgesehen. Gegen 12 Uhr werden dann die einzelnen Statements der Spitzenpolitiker erwartet. Den Anfang soll Scholz gegen 12 Uhr machen.

Zu diesem Zeitpunkt dürfte US-Präsident Joe Biden schon den G7-Austragungsort in Elmau verlassen haben. Noch ist nicht ganz klar, ob er wieder, wie bei seiner Anreise, mit dem Auto in Richtung Flughafen München unterwegs sein oder ob er diesmal einen Helikopter benutzen wird. Ein Abschlussstatement von ihm steht wohl nicht auf dem Plan.

G7-Gipfel in Elmau: Gleich im Anschluss geht es auf dem Nato-Gipfel in Madrid weiter

Für einige der Gipfel-Gäste geht es anschließend gleich weiter nach Madrid. In der spanischen Hauptstadt wird der Nato-Gipfel stattfinden. Auch bei den Beratungen in Spanien soll der Druck auf Russland erhöht werden, das Ende Februar einen Krieg gegen die Ukraine begonnen hat. Die Nato sendete zu Wochenbeginn bereits ein deutliches Signal: Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte am Montag an, die Allianz werde die Zahl ihrer schnellen Eingreifkräfte von rund 40.000 auf mehr als 300.000 erhöhen. Offen ist noch, ob die Blockadehaltung der Türkei hinsichtlich der Aufnahme von Schweden und Finnland gebrochen werden kann. (tel mit dpa)

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