Er wollte seine Rente aufbessern

Opa Hans (78) schickt seine Frau auf den Strich

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Hans P. (78) am Dienstag vor Gericht.

München - Was tun, wenn die Rente nicht reicht? Hans P. (78, Name geändert) entschied sich für eine illegale Variante: Er half seiner Frau Mali, sich zu prostituieren.

Er fuhr sie zu Freiern und führte Buch über ihren Job als Liebesdame. 150 Euro kassierte die Thailänderin dafür, dass sie fremde Männer eine Stunde lang massierte und danach oral verwöhnte. Mitten im Sperrbezirk! Denn der Sex fand in Hotels in Privatwohnungen mitten in Dachau und Gräfelfing statt, was verboten ist. „1200 Euro reichten uns nicht zum Leben“, sagt Hans P. „Ich musste ja noch die Krankenkasse für mich und Mali bezahlen. Sie hat vier Kinder aus erster Ehe. Ich wollte ihr nur helfen.“

Helfen? Das sah die Staatsanwaltschaft ganz anders. Sie hatte den Senior wegen Zuhälterei und Beihilfe zur Prostitution angeklagt. Gestern der Prozess am Amtsgericht! Über Verteidiger Christian Gerber räumte Hans P. alle Vorwürfe ein. Er ist seit 2004 mit Mali verheiratet, schickte aber auch eine andere Frau zu Freiern und kassierte sie ab. Vor Gericht kommt auch heraus: Der Senior ist bereits dreifach wegen Zuhälterei vorbestraft – zuletzt hatte ihn das Landgericht 2010 verurteilt. Hans P. aber bleibt ganz locker und grinst: „Mali hat eben nichts verdient, ging nur ab und zu putzen.“

Richterin Karin Jung fand das nicht lustig. Sie verurteilte den Senior zu elf Monaten Haft auf Bewährung. Zusätzlich muss er 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Andreas Thieme

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