Opfer von Dachau: Tilman T. war ein Einser-Schüler

Dachau - Erschütternde Gewalttat in Dachau: Staatsanwalt Tilman T. wurde vor Gericht erschossen. Auch Justizministerin Beate Merk zeigte sich schockiert. Sie kannte das Opfer.

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Die Karriere des Staatsanwalts Tilman T. (31) war glänzend: An der Ludwig-Maximilians-Universität war er 2005 unter den besten zwei Prozent aller Studenten. Im Jahr 2007 machte er sein Zweites Staatsexamen, wurde von 646 Prüflingen der drittbeste. Vor zwei Jahren führte er seine Studien in New York fort. Einer glänzenden Zukunft im Staatsdienst - als Richter oder als Staatsanwalt - waren Tür und Tor geöffnet Seine Gebiete waren europäisches Vertrags- und Insolvenzrecht. Über das Insolvenzrecht promovierte der Münchner auch.

Bilder: Schüsse am Dachauer Amtsgericht

Am Mittwoch hat ein Angeklagter am Dachauer Amtsgericht das Feuer eröffnet, ein Staatsanwalt wurde getötet. © Christian Chymyn
Am Mittwoch hat ein Angeklagter am Dachauer Amtsgericht das Feuer eröffnet, ein Staatsanwalt wurde getötet. © Christian Chymyn
Am Mittwoch hat ein Angeklagter am Dachauer Amtsgericht das Feuer eröffnet, ein Staatsanwalt wurde getötet. © Christian Chymyn
Am Mittwoch hat ein Angeklagter am Dachauer Amtsgericht das Feuer eröffnet, ein Staatsanwalt wurde getötet. © Christian Chymyn
Am Mittwoch hat ein Angeklagter am Dachauer Amtsgericht das Feuer eröffnet, ein Staatsanwalt wurde getötet. © Christian Chymyn
Am Mittwoch hat ein Angeklagter am Dachauer Amtsgericht das Feuer eröffnet, ein Staatsanwalt wurde getötet. © Christian Chymyn
Tilman T. ist tot

Tilman T., der seit ungefähr einem Jahr bei der Münchner Staatsanwaltschaft II in der Abteilung für Wirtschaftskriminalität als Ermittler tätig war, war mit einer Amerikanerin verheiratet. Sie war der Liebe wegen zu ihm nach Deutschland gezogen. Die beiden planten, eine Familie zu gründen. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) und T. kannten sich persönlich. Merk verweist auf das von ihr initiierte Sicherheitskonzept – „aber 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.“ Merks Betroffenheit sei „sehr groß, zumal ich den jungen Kollegen persönlich kannte“.Ihr Beileid gilt den Angehörigen und allen, die das Drama miterlebt haben.
Der Schock saß tief bei der Pressekonferenz am Mittwochabend in Dachau. Dennoch bemühten sich Justizministerin Beate Merk (CSU) und Vertreter der Oberstaatsanwaltschaft um größtmögliche Professionalität.
Wird es eine Kontrollen-Verschärfung für Gerichtsgebäude geben? Beate Merk betont, dass es keine drastische Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen geben werde: „Wir können die vielen Gerichte nicht abschirmen wie Trutzburgen. Gerichte sind öffentliche Orte, in denen Recht gesprochen wird.“

Es berichten Christian Chymyn, Nina Praun, Dorita Plange, Andreas Beez und Eberhard Unfried

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