Schleuser kassiert 102.000 Euro

Drama am Flughafen: Elf orientierungslose Männer aufgegriffen

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Ins Visier der Bundespolizei am Flughafen geraten immer mehr Flüchtlinge, in der Regel Opfer von geldgierigen Schleusern.

München - Not macht erfinderisch – und auch reich. Zumindest die Schleuser, die abkassieren, wenn Flüchtlinge ihre Heimat verlassen. Das zeigt das menschliche Drama, das am Münchner Flughafen stattfand.

Dabei hat die Bundespolizei elf Syrer aufgegriffen, die am Dienstagabend hilf- und orientierungslos am Terminal 1 herumirrten. Die Gruppe war aus der Türkei nach Deutschland eingereist. Dafür hatten die beiden Familien, ein Ehepaar und drei Einzelpersonen, zum Teil horrende Summen gezahlt – offensichtlich an einen einzigen Schleuser. Laut Polizei 102 000 Euro. Als die sechs Männer (alle zwischen 29 und 48 Jahre alt), drei Frauen (27, 30, 45) und zwei Kinder (2 Jahre und ein wenige Monate altes Baby) aufgegriffen wurden, konnten sie keinerlei Dokumente vorlegen. Die Papiere, die sie vom Schleuser erhalten hatten – es dürfte sich um Fälschungen gehandelt haben – hatte dieser wieder eingezogen. Ihre syrischen Pässe hatten sie bereits vor dem Abflug aus der Türkei abgeben müssen, womöglich für weitere Manipulationen.

Wie die Syrer an so viel Geld gekommen sind, ist nicht bekannt. Häufig sammeln ganze Dörfer für eine Familie, damit die in ein sicheres Land reisen und eventuell Landsleute nachholen kann. Der Schleuser wurde nicht gefasst.

ham

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