Entdeckung in einer Bucht

Sensationsfund in der Ostsee: Taucher finden Relikt - es ist „historisch bedeutsam“

Eine alte Enigma-Verschlüsselungsmaschine aus dem zweiten Weltkrieg liegt am Grund des Meeres.
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In der Geltinger Bucht machten die Forschungstaucher eine Sensationsentdeckung.

In der Ostsee haben Forschungstaucher zufällig einen echten Sensationsfund gemacht. Sie entdeckten ein „historisch bedeutsames“ Relikt aus dem 2. Weltkrieg.

  • Taucher haben einen Sensationsfund in der Ostsee gemacht
  • Forscher stoßen auf seltenes Relikt aus dem 2. Weltkrieg
  • Der Fund ist mittlerweile eine echte Rarität

Geltinger Bucht - Eigentlich klang alles nach einem normalen Arbeitstag für die Forschungstaucher* der Kieler Firma Submaris. Im Auftrag der Umweltorganisation WWF sollten sie sogenannte „Geisternetze“ aus der Ostsee bergen. Bei Geisternetzen handelt es sich um herrenlose Fischernetze, die im Meer treiben. Sie belasten als Plastikmüll die Meere und stellen eine tödliche Gefahr für Fische, Meeressäuger und auch Seevögel dar. In einem dieser Netze versteckte sich eine außergewöhnliche Entdeckung.

Dass sich bei der Bergung der Netze ungewöhnliche Gegenstände in diesen verfangen, ist keine Seltenheit für die Taucher. Meistens handelt es sich dabei einfach nur um Baumstämme oder Steine. Was die Taucher allerdings bei ihrem Einsatz im November in der Geltinger Bucht entdeckten, ist auch für Gabriele Dederer, Geisternetz-Referentin der WWF „mit Abstand der historisch spannendste Fund, den wir je hatten“.

Ostsee: Forschungstaucher entdecken seltene Rarität aus dem 2. Weltkrieg in Geltinger Bucht

In einem der Netze hing weder Baumstamm, noch Stein, sondern ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg: Eine Enigma-Verschlüsselungsmaschine. Solche Maschinen verwendeten die Nazis dazu, ihren Nachrichtenverkehr zu verschlüsseln und so ihre Funksprüche geheim zu halten. In der Ostsee kommt es immer wieder zu überraschenden Sensationsentdeckungen. Im September erst stieß ein Taucher-Team auf ein Jahrhunderte altes Schiffswrack, das die Archäologen nicht nur wegen seines Alters faszinierte.

Obwohl die Enigma-Verschlüsselungsgeräte früher in größerer Stückzahl produziert wurden, sind Funde dieser Maschinen laut WWF heutzutage „sehr selten und historisch bedeutsam“, die Geräte gelten als echte Raritäten. Eine Vermutung, wie die Maschine in die Bucht gelangte, gibt es auch bereits: Im Mai 1945 fand in der Geltinger Bucht östlich von Flensburg eine riesige Aktion der deutschen Kriegsmarine statt, in dessen Zuge rund 50 U-Boote versenkt wurden, um sie nicht an die Alliierten übergeben zu müssen. „Wir vermuten, dass unsere Enigma im Zuge dieses Ereignisses über Bord gegangen ist“, sagt Florian Huber aus dem Taucherteam, dem die Sensationsentdeckung gelang.

Ostsee: Sensationsfund aus der Geltinger Bucht wird nun in Museum restauriert

Für Entschlüsselungszwecke wird die gefundene Enigma natürlich nicht mehr gebraucht. Die Maschine aus der Geltinger Bucht kommt nun zur Restauration in die Werkstatt des Museums für Archäologie in Schleswig-Holstein. Dort sollen weitere Untersuchungen stattfinden.

Die Entschlüsselung der Enigma war ein zentraler Wendepunkt im 2. Weltkrieg. Erst mit großem personellem und maschinellem Aufwand gelang es den Alliierten ab 1940, die Verschlüsselung zu knacken. Man geht davon aus, dass der Krieg ohne diesen Erfolg wesentlich länger gedauert hätte. Die Geschichte der britischen Mathematiker, denen dieses Kunststück gelang, wurde 2014 im Oscar-prämierten Spielfilm „The Imitation Game“ verfilmt. (han) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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