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Spenderin von Zuversicht und Trost: Beliebte Pfarrerin mit nur 52 Jahren gestorben

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Von: Marc Schreib

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Martina Hirschsteiner (†) besaß ein Feingefühl für den Glauben
Martina Hirschsteiner (†) besaß ein Feingefühl für den Glauben © Archiv

Die beliebte Pfarrerin Martina Hirschsteiner ist mit nur 52 Jahren gestorben. Die Bestürzung ist in vielen Kirchengemeinden groß.

Ottobrunn/Haar – Mit großer Bestürzung haben die Kirchengemeinden St. Johannes in Haidhausen, die Friedenskirche in Dachau, die Jesuskirche in Haar und die Michaelskirchengemeinde Ottobrunn, Neubiberg und Hohenbrunn auf den Tod von Pfarrerin Martina Hirschsteiner reagiert. In all den Gemeinden hat sie in den vergangenen Jahren mit viel Engagement und Fleiß gewirkt. Sie wurde mit nur 52 Jahren aus dem Leben gerissen und hinterlässt drei Kinder.

Spenderin von Zuversicht und Trost: Beliebte Pfarrerin mit nur 52 Jahren gestorben

Martina Hirschsteiner studierte Theologie in Tübingen und München und war wissenschaftliche Assistentin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Als Vikarin kam sie nach St. Johannes in München-Haidhausen. Bei ihrem damaligen Antritt sprach sie davon, dass sie besonders die Musik als Vertiefung ihres Glaubens erfahren hat. „Das Singen im Kantatenchor, das gemeinsame Einstimmen und Abstimmen auf den feinen Gleichklang in der Liturgie im Gottesdienst und in der Gestaltung des Gemeindelebens haben meinen Kopf und mein Herz verknüpft.“

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Anhalten und neue Wege ausprobieren

Dabei vertraute die Geistliche darauf, dass ihr Tun und Schaffen aus dem Glauben heraus geschieht: „Als Antwort auf das, was der Schöpfer mir und uns als Zusage ins Ohr und ins Herz gelegt hat.“ In Ottobrunn schloss die Gemeinde sie sehr schnell ins Herz. Hier hat sie bis 2021 sieben Jahre verbracht und unter anderem auch Kolumnen zu Feiertagen für den Münchner Merkur geschrieben. Eine davon für den Buß- und Bettag am 19. November 2014. Es sind die kleinen Schritte nach vorne, die das Leben ausmachen, schrieb Martina Hirschsteiner darin. Natürliche kann es Umwege geben, auch Umkehrungen. Aber die innere Stimme soll doch am Ende auf den richtigen Pfad zurückführen. Sie zitierte ein afrikanisches Sprichwort: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Für Martina Hirschsteiner die richtige Perspektive. Wo das Ziel liegt, das müsse sich zeigen. „Manchmal muss man eben erst mal anhalten, nachdenken und dann neue Wege ausprobieren.“

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Bevor sie zu ihrer letzten Station in Haidhausen zurückkehrte, bedankte sich die Kirchengemeinde in Ottobrunn, Neubiberg und Hohhenbrunn bei ihr. Schnell habe sie Kontakte und Beziehungen zu vielen Menschen geknüpft und ein offenes Ohr für ihre Gesprächspartner besessen. Sie habe ihnen ein Gefühl von Nähe und Angenommensein vermittelt und sich einen Namen gemacht als eine Seelsorgerin, die vielen in schwierigen Situationen Ermutigung und Trost schenkt.

Beliebte Pfarrerin verstorben: „Ihre Worte haben mich enorm bewegt.“

Jochen Imhoff aus Riemerling, der sich seit Jahrzehnten in der Michaelskirche engagiert, hat sie kennengelernt als eine außerordentlich engagierte, unheimlich fleißige Pfarrerin mit großer persönlicher Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit. „Sie war besonders in die Seniorenarbeit involviert und hatte sehr viel Berührung mit dem Thema Tod, Beerdigung und Trauerfeierlichkeiten.“ Jochen Imhoff erlebte sie bei der Trauerfeier eines Chorkollegen, der an Krebs gestorben ist. „Ihre Worte haben mich enorm bewegt.“ Dabei sei ihr die Verkündigung von Freude und Zuversicht sehr am Herzen gelegen, aber auch die Gestaltung von Zukunft in schrecklichen Momenten wie etwa einer schweren Krankheit. Diese Zuversicht habe sie wie keine andere ausgestrahlt und ihre Stimme zudem nicht nur auf der Kanzel erhoben, sondern auch im Chor eingebracht.

In Ottobrunn überlegte man jetzt, ob nicht auch eine kleine Trauerfeier stattfinden könne. Aber man kam zu dem Schluss, dass zwei Trauerfeiern in verschiedenen Kirchen nicht passend seien.

Der Trauergottesdienst für Martina Hirschsteiner findet am heutigen Freitag um 14 Uhr in der Kirche St. Johannes am Preysingplatz in München-Haidhausen statt.

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