„Das tun wir unserem Herbert nicht an“ -

Beliebter Maroni-Verkäufer bekommt würdige Bestattung

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Herbert Facchini (links) in seiner gewohnt gutgelaunten Art.

Vielen Ottobrunnern wird Herbert Facchini in guter Erinnerung bleiben. Jetzt ist er nach schwerer Krankheit gestorben. 

Ottobrunn – „So ein Maroni-Standl war schon immer mein Traum“, verriet der gebürtige Südtiroler 2008 beim Martini-Markt gegenüber dem Münchner Merkur. Damals feierte er mit seinem Stand Premiere. In dieser Adventszeit konnte er nicht mehr mit dabei sein. Er lag mehrere Wochen schwer krank in der Klinik Großhadern. Der 73-Jährige litt an Krebs und starb in der Nacht zum 6. Dezember.

Der geborene Südtiroler verkaufte beim Ottostraßenfest regelmäßig Popcorn und verdiente sich am Maroni-Stand bei den Weihnachtsmärkten in Neubiberg und Ottobrunn ein bisschen Geld hinzu.

Geld für eine würdige Bestattung war keines da. Das kam den Bekannten zu Ohren, die mit ihm gerne und oft in Gaststätten zusammensaßen. Ein anonymes Begräbnis von Amts wegen wollten sie unter allen Umständen verhindern. „Das tun wir unserem Herbert nicht an“, war die entschlossene Haltung. Denn in diesem Fall hätten Leichenbestatter den Sarg oder die Urne zur Grabstelle gebracht. Die Erinnerung erlischt, ein Name wird nicht angebracht. Ein solch trauriges und unmenschliches Ende wollten die Bekannten nicht akzeptieren. 

Genug Geld für anständiges Begräbnis kam zusammen

Verwandte hatten sich nicht gemeldet. Also starteten sie eine rührende Blitzaktion. Die Initiatoren wollen allerdings in der Zeitung nicht namentlich erwähnt werden. Sie erstellten in Windeseile mehrere Listen, auf denen sich Spender mit Namen, Telefonnummer und Spendensumme eintragen konnten. Außerdem legten sie eine WhatsApp-Gruppe an, um die vielen Helfer auf dem Laufenden zu halten. Auf diese Weise kamen innerhalb kürzester Zeit mehr als 3000 Euro zusammen, um ein anständiges Begräbnis mit Einäscherung, Urne, Überführung und Grabstätte auf dem Friedhof in Ottobrunn zu organisieren. 

„Viele kannten und mochten ihn“

An drei Tagen war bereits mehr im Topf, als man erwartet hatte. „Das lag daran, dass ihn so viele Leute kannten und mochten“, erzählt eine Bekannte gegenüber dem Münchner Merkur. Sie erzählt weiter, dass der gesellige Südtiroler auch sehr hilfsbereit war: „Mir hat er für 20 Euro eine alte Stehlampe gerichtet, obwohl die Kabel schon ganz verschmort waren.“ Jetzt revanchierten sich die Bekannten und bereiteten ihm eine würdevolle letzte Ruhestätte.

In der Zwischenzeit sind mit dem Bestattungsinstitut Denk alle Formalitäten geklärt, mit der Gemeinde das Grab ausgesucht. Ein Zeitpunkt für die Beerdigung steht allerdings noch nicht fest, vor den Weihnachtsfeiertagen war ein Termin nicht mehr möglich.

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