„Wir passen gut zusammen“

Unheimlicher Zufall? Hündin Isa wird auf einem Auge blind - genau wie ihr Besitzer

+
Fast schon unheimlich: Albert Kergl hat vor Jahren sein linkes Auge verloren, sein Hund Isa jetzt ebenfalls – und das Tier droht komplett zu erblinden. 

Sie hört auf den Namen „Isa vom Silbertannental“, der Labrador-Retriever war ein absolutes Wunschtier von Albert Kergl (70) aus Pähl. Doch jetzt droht das Tier zu erblinden - wie zuvor sein Besitzer.

Pähl – Wie ein Wirbelwind tobt Isa um Herrchen Albert Kergl und dessen Tochter Marion herum. Doch beim Blick ins Gesicht fällt das linke Auge des Tiers auf – es fehlt, wurde durch ein künstliches Auge ersetzt. Fast schon unheimlich: Auch Albert Kergl ist auf dem linken Auge blind, wegen Bindehautkrebs musste es ihm vor fünf Jahren entfernt werden. „Wir passen gut zusammen“, sagt Kergl sarkastisch. Doch für seinen Hund hätte er sich ein anderes Schicksal gewünscht.

Seit er denken kann, hat der Pähler Hunde um sich. „Vom Dackel bis zum Schäferhund war alles dabei.“ Sein letzter Hund, ein Dalmatiner, ist elf Jahre alt geworden und vor drei Jahren gestorben. 

Lesen Sie auch: Verwahrloste Dogge vom Tegernsee: Tierheim kümmert sich - Besitzer klagen

Nach einer gewissen Zeit fehlte Kergl etwas, da wurde ihm klar: „Es wäre schön, wieder einen Hund zu haben.“ Tochter Marion, die selber zwei kleine Hunde besitzt (einen Lhasa Apso und einen Yorkshireterrier-Mix), machte sich auf die Suche und entdeckte per Internet eine Hobby-Züchterin in Niederbayern, die silberne Labrador-Retriever züchtet. Diese Hunderasse sollte es sein.

Welpen sahen topfit aus

Zusammen sind Vater und Tochter hingefahren und haben sich die Tiere angeschaut. „Sieben bis acht Welpen sind da auf einer großen Wiese herumgetollt, sie sahen gut aus, topfit“, erinnert sich Marion Kergl. Auch die Elterntiere habe man sich angeschaut. Weil einige Welpen schon vergeben waren und der Nachwuchs alt genug war, um von der Mutter getrennt zu werden, „haben wir Isa direkt mitgenommen“, sagt die Tochter. Stolze 1000 Euro hat das Tier gekostet, laut Marion Kergl ein normaler Preis für einen Rassehund mit Stammbaum. „Alles war in Ordnung“, sagt sie.

Doch nicht lange. Nach rund einem dreiviertel Jahr fiel Albert Kergl auf, dass mit dem linken Auge des Hundes etwas nicht stimmt. In der Tierklinik Weilheim wurde der Augendruck von Isa gemessen, der exorbitant hoch lag. „Wir haben ihr Tropfen gegeben, doch es war schon zu spät, die Netzhaut hat sich bereits abgelöst“, sagt Marion Kergl. Vater und Tochter fuhren ins tierärztliche Augenzentrum nach München. Doch auch dort konnte man nichts mehr machen. Viel schlimmer: Die Diagnose „grüner Star“ galt auch für das andere Auge. Isa droht also komplett zu erblinden – und das bei so einem jungen Tier.

Besitzer vermutet Gendefekt

Albert Kergl war frustriert. Denn die Vermutung lag nahe, dass es sich um einen Gendefekt handele. „Dieser Verdacht ist überall geäußert worden“, sagte er. Seine Tochter rief bei der Züchterin an, auch beim Zuchtverband. „Denn es ist bekannt, dass Labrador-Retriever mit dieser Fellfarbe Augenprobleme haben können.“ Doch die Züchterin habe sie nie erreicht und beim Zuchtverband sei sie abgewimmelt worden – man könne nicht wissen, ob die Augenerkrankung von der Zucht stammt. Zwar hätten sie den Hund möglicherweise zurückgeben können, doch das wollten die Kergls nicht, die ihre Isa natürlich lieb gewonnen hatten. Zudem steht im Kaufvertrag klar drin, dass der Käufer darauf verzichtet, Ansprüche geltend zu machen, „die sich auf später in Erscheinung tretende oder festgestellte Krankheiten oder Mängel (erworbene oder auch erbgebunden) gründen“.

Waren Isas Eltern untauglich zur Zucht? Das könne man so nicht sagen, so Tierarzt Jens Fritsche, Leiter des Münchner Augenzentrums. „Die Erkrankung ist sicher genetisch bedingt, das ist bei vielen Rassen so. Aber das passiert auch bei seriösen Züchtern.“ Wenn es nur eine geringe Basis an Hunden gebe, die für die Zucht geeignet ist, sei das Risiko natürlich größer, dass es zu Problemen komme. „Ich würde auf jeden Fall raten, die Mutter zu untersuchen und notfalls aus der Zucht zu nehmen.“

Auch interessant: Gegen den Verpackungswahn: Supermärkte in Weilheim setzen auf Mehrweg.

Hohe Kosten beim Tierarzt

Das habe sie längst getan, beteuert Züchterin Edelgard Angermaier, nachdem sie die Probleme von Isa mitbekommen hatte. „Obwohl alle anderen Welpen offenbar gesund sind und keine Probleme haben, auch die Eltern waren untersucht“, betont sie. Man stecke in den Tieren nicht drin, sagt Angermaier: „Es hat mit Hunden von uns noch nie Probleme gegeben.“

Nur mit Isa. Die Kergls sind regelmäßig beim Arzt (die Kosten betragen bereits mehrere tausend Euro), tropfen Isas übriges Auge und hoffen, dass sie damit möglichst lange sehen kann. Das Problem: „Isa ist wahnsinnig aktiv. Was machen wir mit ihr, wenn sie jeden Tag fünfmal gegen den Türstock rennt?“ Die Antwort auf diese Frage will Marion Kergl lieber nicht geben.

bo

Zu einem anderen dramatischen Vorfall kam es, als ein Mann bei einem Todeskampf seinen versinkenden Hund in Osnabrück aus dem Moor retten wollte, wie nordbuzz.de* berichtet.

Ein schwieriger Labrador landet bei einer unerfahrenen Familie. Das hat Folgen für eine Hundetrainerin aus Wörthsee.

Lesen Sie auch: Autofahrer fühlt sich von Frau genötigt - dann spielen sich unglaubliche Szenen ab. 

Das könnte Sie auch interessieren: Zwei Brandeinsätze am Wochenende: Darum rückte in Weilheim die Feuerwehr aus.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Plötzlicher Tod: Kult-Trucker vom Tegernsee gestorben - Frau rührt mit Facebook-Post und hat Bitte an Fans
Plötzlicher Tod: Kult-Trucker vom Tegernsee gestorben - Frau rührt mit Facebook-Post und hat Bitte an Fans

Kommentare