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Nicht mal in Thomas Müllers Heimatdorf: Fans und Wirte zeigen Katar-WM die kalte Schulter

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Von: Johannes Thoma

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Jubel nach dem WM-Finale 2014  auf dem Penzberger Stadtplatz
Öffentliche Jubelbilder wie nach dem WM-Finale 2014 wird es auf dem Penzberger Stadtplatz heuer wohl nicht geben. Das Interesse am Public Viewing ist landkreisweit sehr gering – nicht zuletzt wegen der Jahreszeit. © EMANUEL GRONAU

Nicht einmal im Heimatdorf von Thomas Müller ist das WM-Fieber ausgebrochen. Größere Public Viewings gibt es nicht – und das liegt nicht nur an der Jahreszeit.

Pähl – Feuerwehr und TSV hatten bei vergangenen Titelkämpfen meist das Pähler PKZ (Pfarr- und Gemeindezentrum) gemietet und dort die Spiele mit der deutschen Mannschaft gezeigt. Mitunter gab es Freibier – spendiert von Thomas Müller. Doch diesmal ist alles anders. Wie Manfred Hafenmayer, 2. Vorstand der Feuerwehr Pähl, erklärte, ist die WM-Euphorie im Dorf sehr gering, außerdem sei das PKZ wegen des Adventsmarktes belegt. Sollte die deutsche Mannschaft mit Thomas Müller ins Halbfinale kommen, könnte er sich vorstellen, dass sich der TSV und die Feuerwehr noch einmal zusammensetzen. Auch sonst ist in Pähl bislang keine größere Veranstaltung zur WM geplant, wie Bürgermeister Werner Grünbauer auf Anfrage erklärte.

Klipp und klar gegen eine Übertragung in seiner Gaststätte ist Peter Egger junior, Inhaber der „Zechenschenke“ in Peiting. „Da muss man ein wenig sensibel sein, ich fände das bei dieser WM einfach nicht gut“, sagte er angesichts der Zustände im Gastgeberland.

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Fernseher in der Gaststätte kein Problem

„Die Wirte sind derzeit eher im Christkindlmarkt-Modus als im WM-Fieber, größere Veranstaltungen sind bei uns nicht angemeldet“, sagte Walter Weber, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Weilheim. Auch in Peißenberg, Schongau, Peiting und Penzberg liegen keine Anträge zur öffentlichen Übertragung der Fußball-WM vor. Anmeldepflichtig sind Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern und solche, bei denen die Sperrzeiten nicht eingehalten werden – also zum Beispiel eine Übertragung im Biergarten zu nächtlicher Stunde. Wenn ein Gastwirt einen – zusätzlichen – Fernseher aufstellt, sei das völlig unproblematisch, so Andreas Fischer vom Ordnungsamt der Marktgemeinde Peißenberg.

„Eismärchen“ statt Fußball-WM

Aber nicht einmal das plant Hans Spirkl vom Gasthof „Zur Post“ in Peißenberg. Bei seinen Gästen gebe es dafür keine Nachfrage. Das geringe Interesse an der WM kann auch Julian Weninger vom Ordnungsamt in Peiting bestätigen. Die Schloßberghalle sei früher von den Fußballern des TSV gemietet worden. Diesmal allerdings gab es keine Anfrage. „Eine WM im Winter interessiert wohl nicht so viele“ so Weninger. Das glaubt auch Thomas Sendl von der Stadt Penzberg. Der Stadtplatz, bei früheren Weltmeisterschaften stimmungsvoller Schauplatz zahlreicher Übertragungen, ist zudem belegt: Ab dem ersten Dezember-Wochenende gehen die Menschen beim „Eismärchen“ dort zum Schlittschuhlaufen.

Eine Ausnahme unter den befragten Gastronomen bildet Martin Fröstl, Inhaber des Bistros „Inkognito“ im Weilheimer Trifthof. Er plant, die beiden letzten Gruppenspiele der deutschen Mannschaft gegen Spanien und Costa Rica, die jeweils am Abend stattfinden, auf Großbildleinwand zu übertragen. Vor vier Jahren sahen sich meist knapp 100 Gäste die drei Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft bei ihm an.

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