Badegäste auf Discounter-Parkplatz

Parkchaos: Lidl lässt abschleppen

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Wenn am Familienbad die Parkplätze knapp werden, parken viele Badegäste am Lidl-Parkplatz.

Dachau - Brütende Hitze, voller Lidl-Parkplatz, leerer Supermarkt: Ein Zeichen, dass die Parkplätze am Dachauer Familienbad knapp wurden. Der Discounter verdirbt das Badevergnügen – und droht nicht nur damit, die Autos der Badegäste abschleppen zu lassen.

Was gibt es Schöneres, als sich bei tropischen Temperaturen ins erfrischende Nass zu begeben? Auf dem Weg ins Dachauer Familienbad könnte es allerdings Hindernisse geben, wenn man mit dem Auto kommt: An schönen Tagen sind die Parkplätze oft schon am Vormittag belegt. Wohin also mit dem Auto? Naheliegend ist beispielsweise der große Lidl-Parkplatz an der Ludwig-Dill-/Ecke Brucker Straße. Frei zugänglich, keine Schranke – und die Schilder „Lidl-Kunden-Parkplatz“, eine maximale Parkzeit von einer Stunde sowie der Hinweis, dass widerrechtlich parkende Fahrzeuge abgeschleppt werden, scheinen die Autofahrer nicht abzuschrecken.

Der Schreck folgt möglicherweise während des Freibad-Besuchs: Per Durchsagen wird schon mal angekündigt, dass die Autos der Badegäste abgeschleppt werden.

Barbara Kern kennt das Problem mit den Parkplätzen natürlich seit vielen Jahren. Die Abteilungsleiterin der Stadtwerke für den Bereich Bäder schätzt, „dass wir etwa 200 Parkplätze um das Familienbad und hinter dem Hallenbad haben“. 200 Parkplätze reichen bei weitem nicht für die Besucher, die bei schönem Wetter ins Dachauer Familienbad strömen. „An guten Tagen kann die Zahl schon mal die 5000 erreichen“, sagt sie. Um zu erkennen, dass diese Rechnung nicht aufgeht, muss man kein Mathe-Professor sein. Daher werden, sobald der große Parkplatz an der Ludwig-Dill-Straße voll ist, die Autos auf Grünflächen oder seitlich des Fahrstreifens abgestellt. Doch auch diese beiden Varianten sind schnell ausgeschöpft.

So parken Besucher des Freibads auf dem Parkplatz des Supermarkts Lidl Ludwig-Dill-Straße/Brucker Straße. Das lässt sich der Supermarkt jedoch nicht so ohne weiteres gefallen. „Da kommt es dann immer wieder vor, dass gerade am Samstag ein Anruf vom Lidl kommt, um Besucher ausrufen zu lassen, die ihre Autos dann umparken müssen“, schildert Barbara Kern die Situation. „Ansonsten wird das Abschleppen angedroht.“

Laut Lidl-Vertriebsleiter Felix Hoppe sprechen Lidl-Mitarbeiter die offensichtlichen Bad-Besucher, ausgerüstet mit Badetasche und Sonnenschirm, direkt an und untersagen das Parken. „Irgendetwas müssen wir ja machen“, sagt Hoppe. „Unser Parkplatz ist teilweise komplett voll – und im Laden ist nichts los. Wenn sich dann unsere Kunden schon beschweren, dass sie keinen Parkplatz finden, dann müssen wir handeln.“

Während Barbara Kern bisher noch nicht mitbekommen hat, dass Autos abgeschleppt wurden, erklärt Hoppe: „Wir haben auch schon Fahrzeuge abschleppen lassen, wenn wir keine andere Möglichkeit sehen.“

Eine Lösung für das Parkplatzproblem gibt es nicht. So kann den Besuchern nur geraten werden, mit dem Fahrrad, zu Fuß oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Familienbad an der Schillerstraße zu gelangen.

mko

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