Unfassbares Verhalten nahe der Partnachalm

Dreiste Wanderer zwingen Hütten-Besitzer zu kuriosem Schild - „Nicht hinter meinen Stadl sch...“

Nahe der Partnachalm in Garmisch-Partenkirchen hat Wiesengrund-Besitzer ein Schild an seinem Stadl angebracht, das viel über das Verhalten der dortigen Wanderer aussagt. Auf Jodel ging das Foto aus Bayern viral.

  • Die Berge rund um Garmisch-Partenkirchen sind ein Paradies für Wanderer.
  • Mit öffentlichen Sanitäranlagen sind sie allerdings nicht ausgestattet.
  • Ein Wiesengrund-Besitzer nahe der Partnachalm sah sich deshalb zu einem besonderen Schritt gezwungen.

Update vom 18. August 2020, 18.41 Uhr: Immer wieder hat Alois Baudrexl die ekligen braunen Häufen vorgefunden. Direkt hinter seinem Stadl, auf der Strecke zur Partnachalm. Wanderer betraten sein Grundstück und verrichteten hinter der Holzhütte ihre Notdurft. „Ihn hat’s so geärgert“, sagt seine Ehefrau Vroni. Schließlich würde die Familie samt Kinder dort Zeit verbringen und grillen. „Es ist einfach unappetitlich.“ Deshalb montierte ihr Gatte vor kurzem ein Schild an die Bretter, das die Wanderer von ihren Hinterlassenschaften abhalten soll. Die Aufschrift: unmissverständlich.

Baudrexl bringt sein Anliegen zum Ausdruck: „Bitte in den Wald und nicht hinter meinen Stadl scheißen. Danke“ steht in schwarzen Lettern darauf. Wohlwissend, dass es auch zwischen den Bäumen nicht die feine englische Art ist. Im Idealfall verkneifen sich die Wanderer ihren Freiluft-„Klogang“ und nutzen die Toiletten der Partnachalm. Die liegt nur 15 Fußminuten entfernt. „Hinter einem Stadl“, findet Vroni Baudrexl, „ist es schon eine andere Nummer.“

Garmisch-Partenkirchen: Immer wieder Probleme mit der Notdurft in den Bergen

Der Stadl-Eigentümer steht mit seinem Problem nicht allein. Peter Strodl, Vorsitzender des Hornschlittenvereins Partenkirchen, der auf der Strecke sein traditionelles Rennen am Dreikönigstag ausrichtet, kennt es zu gut. Im Zielraum und am Vereinsheim gehen Menschen ebenfalls ihren Bedürfnissen nach. „Wir sind auch nur am Aufräumen.“ Gleiches Spiel am Riedboden in Mittenwald. Dort hängt an einem Privatstadl ein Schild, dessen Spruch in Reimform gehalten ist. „Bitte nicht hintern Stadl sch***, gilt für Bayern, Tiroler und auch Preißn!“.

Baudrexl aber hat mit seiner Aktion Aufmerksamkeit erregt. Jemand stellte ein Bild von seinem Schild auf der Plattform „Jodel“ online. Schnell wurde das Foto zum Internet-Hit – samt zahlreicher Kommentare. „Eventuell hätte sich manch einer einen besseren Sichtschutz gewünscht“, scherzt ein User. Ein anderer meinte, dass es wohl sinnvoller gewesen wäre, ein Schild aufzustellen, das auf eine Videoüberwachung hinweist. Zur Abschreckung, auch wenn’s pressiert.

Respektlose Wanderer zwingen Hütten-Besitzer zu kuriosem Schild - „Nicht hinter meinen Stadl sch...“

Erstmeldung vom 18. August 2020:

Garmisch-Partenkirchen - Es gibt Dinge, von denen man meinen könnte, dass sie vollkommen selbstverständlich sind. Zum Beispiel die Tatsache, eine Toilette aufzusuchen, wenn man seine Notdurft verrichten möchte. Manch ein Wanderer scheint allerdings ein sehr weitläufiges Verständnis von einer Toilette zu haben. Ein Wiesengrundbesitzer, der einen Heu-Stadl nahe der Partnachalm in Garmisch-Partenkirchen betreibt, sah sich deshalb gezwungen, ein Schild an seiner Hütte anzubringen, das leider gar kein gutes Bild auf die dortigen Wanderer wirft.

Partnachalm: Kurioses Schild - der Hintergrund macht nachdenklich

Ein Foto dieses Schildes ging nun auf der Plattform Jodel online - und wurde sofort zum Internet-Hit. Dort zu sehen ist die Rückwand der Partnachalm und das dort angebrachte Schild, auf dem es heißt: „Bitte in den Wald und nicht hinter meinen Stadl scheißen. Danke.“

Ein privater Wiesengrund-Besitzer nahe der Partnachalm bei Garmisch-Partenkirchen sah sich zu diesem kuriosen Schild gezwungen.

Was zunächst lustig wirken mag, hat natürlich einen ernsten Hintergrund. Schon oft beklagten Hüttenwirte in den oberbayerischen Alpen das teilweise rücksichtslose Verhalten mancher Tagesgäste und deren Berge von Müll, die sie hinterlassen. Doch das Schild an dem Heu-Stadl, der etwa 750 Meter unterhalb der Partnach-Alm steht, offenbart neue Dimensionen der Respektlosigkeit.

Hüttenbesitzer aus der Nähe von Garmisch-Partenkirchen mit kuriosem Schild - Jodel-Community entsetzt

Offensichtlich wissen einige Wanderer in den Bergen rund um Garmisch-Partenkirchen sich absolut nicht zu benehmen. So schreibt ein Jodel-Nutzer: „Jedes Schild hat seine Geschichte“ woraufhin der Verfasser des Beitrags antwortet „Ja. (...) Wie viele Leute müssen sich dahinter erleichtert haben.“ Eventuell hätte sich manch einer einen besseren Sichtschutz gewünscht, spekuliert ein Jodler.

Bayern: Ekliges Verhalten von Wanderern - Partnachalm nicht alleine mit dem Problem

Tatsächlich ist die Vorstellung, welches Verhalten einem solchen Schild vorausgegangen sein muss, mehr als eklig, sodass man nicht umhin kommt, sich zu fragen, ob manch einer seinen Anstand nicht am Fuße des Bergs vergessen hat. Allerdings ist es fraglich, ob die fast schon höfliche Bitte des Stadl-Inhabers tatsächlich Wirkung zeigt. Ein weiterer Jodler meint deshalb, es wäre wohl sinnvoller gewesen, ein Schild aufzustellen, dass nahelegt, dass die Rückseite des Stadls videoüberwacht sei. Selbst wenn dem nicht so wäre, hätte dies sicher eine abschreckende Wirkung und so manch einer würde sich sicher überlegen ob er sich dann nicht doch lieber einen anderen Ort für seine Notdurft sucht - wobei auch das Erleichtern im Wald, schlimme Folgen haben kann, wie ein Fall aus Füssen zeigt.

Erstaunlicherweise - oder man möchte sagen, traurigerweise - steht der Wiesengrundbesitzer mit seinem Problem offenbar nicht ganz alleine da. So hat auch ein Hüttenwirt in Mittenwald ein ähnliches Schild aufstellen müssen. „Bitte nicht hintern Stadl sch***, gilt für Bayern, Tiroler und auch Preißn!“, heißt es da in Reimform.

Schild an einer Hütte in Mittenwald.

Und auch am Fuße des Tegernseer Höhenwegs sah sich ein Schuppenbesitzer gezwungen, ein ähnliches Schild aufzustellen. Die Aussage „Don‘t piss here“ verbunden mit einem eindeutigen Bild, dürfte auch die internationalen Touristen an ihren Anstand erinnern.

Am Fuße des Tegernseer Höhenwegs hat ein Schuppen-Besitzer ein eindeutiges Schild aufgestellt.

Rubriklistenbild: © dpa / Nicolas Armer

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