"Das wird eine Riesen-Gaudi"

So trickst ein DJ das Tanzverbot aus

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Wenn in der Disco Tanzverbot gilt, wird die Party eben in einen Bus verlagert.

Fürstenfeldbruck - Das Tanzverbot in der Nacht auf Allerheiligen nervt manche Partygänger. Doch Eventmanager Christian Böck hat eine Idee, wie er das Verbot umgeht. Dafür braucht er einen Bus.

Böck, in der Szene bekannt als CisCis, freut sich schon diebisch auf den Partyspaß, der unter dem Namen „House Bus Session“ läuft. Der 42-Jährige, der einen Hausmeister-Service betreibt und auch Events organisiert, bezeichnet sich als „alten Mann, der mit der Jugend unterwegs ist.“

Gute Erfahrungen in Ingolstadt

Mit dem Konzept des Party-Busses hat er schon in einer anderen bayerischen Stadt gute Erfahrungen gemacht: In Ingolstadt habe er so etwas bereits ein paar mal organisiert, sagt er. Man habe sich einfach bezüglich der Tanzverbote gefragt: „Warum fahren wir nicht mit dem Bus?“ Denn damit ist die Feierei eine Privatveranstaltung und nicht vom Verbot betroffen. Nun sollen also die Fürstenfeldbrucker das erste Mal die Gelegenheit haben, am Reformationstag, neudeutsch Halloween, so richtig auf den Putz zu hauen. „Das wird eine Riesen-Gaudi. So einen Spaß erlebt man selten“, verspricht Böck.

Platz für 100 Party-People

Er ist der Held der Tänzer: DJ CisCis.

Der Bus, in dem das Ganze stattfinden soll, ist kein normales Liniengefährt, sondern ein spezieller Ziehharmonika-Bus. Er ist rund 30 Meter lang und hat eine Bar. Das Gefährt hat Böck von einem befreundeten Veranstalter, der zum Beispiel solche Busse in München fahren lässt, gemietet. Bis zu 120 Leute dürften an Bord, 100 Eintrittskarten will Böck insgesamt verkaufen. „Platzangst darf man keine haben“, sagt er. 15 Euro kostet der Eintritt zu der Tour, die um halb zehn am Brucker Volksfestplatz startet. Dafür bekommt man auch sechs DJs zu sehen. CisCis Böck verspricht, dass er auf eine gute Mischung geachtet hat. Für Jung und Alt sei etwas dabei. Auch er selbst wird auflegen. „Das DJ-Line Up ist einmalig für 15 Euro.“

Über die Route des Busses entscheidet der Fahrer

Gänzlich ungeplant ist dagegen die Party-Route. Wo er lang fährt, entscheidet der Busfahrer, sagt Böck. Denn er ist ein Profi für so etwas: „Die Fahrer wissen schon, wie sie fahren wollen.“ Zum Beispiel muss natürlich immer wieder eine Toiletten-Gelegenheit angesteuert werden – sonst würde ja niemand etwas trinken können auf der Party. Nach vier bis fünf Stunden Feiern soll der Bus dann wieder zum Ausgangspunkt Volksfestplatz zurückkehren. Christian Böck ist zuversichtlich, dass er einen vollen Bus zusammenbekommt.

Testlauf für die Zukunft

„Ich gehe davon aus, dass der Bus voll wird“, sagt Böck. Die ganze Veranstaltung dient ihm natürlich auch als eine Art Barometer für die Zukunft. „Das ist ein Testlauf, wie es den Leuten gefällt“, sagt der Fürstenfeldbrucker. Er kann sich vorstellen, es nicht bei einer einmaligen Auflage zu belassen. Im stillen Monat November gibt es ja dann noch genügend andere Tage, an denen man ein Tanzverbot mittels Party-Bus umgehen könnte.

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