300 Kids stürmen Privatparty - dank Facebook

Hohenbrunn - So hat sich eine Schülerin aus Hohenbrunn ihren 18. Geburtstag sicher nicht vorgestellt: Ihre eigentlich private Party uferte etwas aus. Was das mit Facebook zu tun hat:

Mittags schon hatte Vater Gerhard K. (alle Namen geändert) eine Vorahnung. Weil er aber seiner Tochter Hanna vertraut und sie nicht bevormunden wollte, beließ er es bei freundlichen Ermahnungen. Hanna nämlich feierte in der Nacht von Sonntag auf Montag daheim in Hohenbrunn ihren 18. Geburtstag, hatte dazu ihre Freunde in ihr Elternhaus eingeladen und diese Einladung auch über das soziale Netzwerk facebook verbreitet. Natürlich nur an ausgewählte Freunde – das hatte Hanna ihren Eltern versprochen und auch gehalten.

Der große Facebook-Knigge

Der große Facebook-Knigge

Am frühen Abend also fuhren die Eltern in die Stadt ins Kino (dort lief „Wallstreet“) und überließen Hanna die sturmfreie Bude. Gegen 21 Uhr klingelte Gerhard K.s Handy. Es war der Nachbar: „In Eurem Garten stehen ungefähr 300 junge Leute. Ich weiß nicht, ist das in Ordnung?“ Das war überhaupt nicht in Ordnung! Voller düsterer Ahnungen machte sich das Elternpaar sofort auf die Heimfahrt.

Etwa zu selben Zeit war auch Hanna Angst und Bange geworden. Vor der elterlichen Haustür drängelten sich rund 300 Jugendliche, die sie noch nie gesehen und erst recht nicht eingeladen hatte. Alle wollten mit ihr feiern und – schlimmer noch – die begehrten alle Einlass! Wie es dazu kam, ist noch nicht geklärt. Vermutlich hat einer ihrer Freunde die private Einladung versehentlich (oder auch zum Spaß) auf facebook öffentlich freigegeben! Das Echo fand sich nun 300-fach im Garten der K.s wieder! Die anfangs fröhliche Stimmung schlug bald um. Schließlich versuchten etwa zehn Jugendliche, die Haustür mit Gewalt einzudrücken! An die 100 waren nach Polizeiangaben schon im Haus.

Da tat Hanna das einzig Richtige: Sie rief die Polizei. Sechs Streifenwagen und ein Zug der Einsatzhundertschaft rückte mit Blaulicht an. So fand der Vater die Situation vor: „Es fiel mir schwer, aber ich bin höflich geblieben.“ Er schickte Hanna und ihre Freunde in den Hobbyraum: „Sie sollten noch ein bisschen Spaß haben.“ Dann komplimentierte er die maulende Feierschar hinaus: „Es ist nichts kaputt gegangen und es fehlt auch nichts. Es starrte nur alles vor Dreck und im Garten lagen lauter Flaschen.“ Die Polizei benötigte weitere drei Stunden, bis sich die Jugendlichen an der S-Bahn endlich zerstreuten. Und Hanna und ihre Familie haben was gelernt: „Wir wissen jetzt, wie schnell facebook-Parties entgleisen können und möchten alle Eltern und Jugendlichen davor warnen.“

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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