Zahlen für 2013

Passagier-Rekord am Flughafen

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Neue Rekord-Zahlen am Flughafen München: Im Jahr 2013 sind es wieder mehr Passagiere als in den Vorjahren.

München - Der Flughafen München hat 2013 einen neuen Passagierrekord eingefahren. Die Zahl der Flugbewegungen ging allerdings erneut um vier Prozent zurück und liegt niedriger als vor zehn Jahren.

Die beiden größten Flughäfen Deutschlands marschieren im Gleichschritt. Frankfurt und München melden für vergangenes Jahr ein Passagierplus von 0,9 beziehungsweise 0,8 Prozent im Vergleich zu 2012. Den Airport im Erdinger Moos nutzten demnach 38,7 Millionen Reisende (2012: 38,4) – so viele wie noch nie in der Münchner Flughafengeschichte (Frankfurt 58 Millionen). Mit dieser Zuwachsrate liege der Airport laut Sprecher Ingo Anspach „im Branchentrend“ und habe Platz sieben im Europa-Ranking der passagierreichsten Flughäfen verteidigt.

Michael Kerkloh, Chef der Flughafen München GmbH (FMG), bezeichnete es als „sehr beachtlich, dass wir wie im Vorjahr wieder einen Passagierrekord ausweisen können, obwohl die Wirtschaft innerhalb der Europäischen Union beziehungsweise der Euro-Zone in den beiden letzten Jahren geschrumpft ist“. Dank der weltweiten Vernetzung und der Bandbreite des Verkehrsangebotes könne München Turbulenzen in einzelnen Zielmärkten immer wieder gut kompensieren.

Allerdings nimmt die Zahl der Flugbewegungen weiter ab. 380 000 Starts und Landungen zählten die Statistiker. Das sind vier Prozent weniger als im Vorjahr (Frankfurt: 473 000 Flugbewegungen; minus zwei Prozent) und nicht einmal so viele Flugbewegungen wie im Jahr 2004 (383 000). Damit liegt der Airportbetreiber sogar unter den Zahlen, die noch vor drei Jahren Hartmut Binner, Sprecher des Anti-Startbahn-Bündnisses Aufgemuckt, der FMG zugetraut hatte (395 000) und weit unter der eigenen Prognose, die die FMG dem Antrag für den Bau der dritten Piste zugrunde legte (445 000).

Steigende Passagierzahlen, sinkende Flugbewegungen – dieser Trend werde auch 2014 anhalten, sagte Kerkloh in einem Gespräch mit dem Münchner Merkur. Er rechne erst im Jahr 2015 mit einer Kehrtwende. Die FMG erklärt die unterschiedliche Entwicklung zwischen Passagierzahlen und Flugbewegungen mit den größeren Flugzeugen, die die Airlines inzwischen nutzen. So ersetzten die Deutsche Lufthansa und ihre Partner Turboprops mit durchschnittlich 70 Sitzplätzen durch größere Maschinen wie zum Beispiel Canadair CRJ-900 und Embraer 195, die über eine Kapazität von 90 bis 120 Plätzen verfügten. Und außerdem seien die Maschinen so gut ausgelastet wie noch nie. 2013 hätten die Airlines in München 75,2 Prozent (0,7 Prozentpunkte besser als 2012) ihrer Sitzplätze verkauft. Zum Vergleich: In den 1990er-Jahren lag die Auslastung der Flugzeuge noch bei 60 Prozent.

Den aktuellen Passagierzuwachs verdankt München dem internationalen Verkehr: Sowohl innerhalb Europas (23,4 Millionen Fluggäste) als auch im Interkontinentalverkehr (5,8 Mio.) verzeichnet die FMG ein Passagierplus von rund zwei Prozent. Dagegen ist der innerdeutsche Verkehr um rund drei Prozent auf 9,4 Millionen Fluggäste gesunken. Da mache sich die nationale Luftverkehrssteuer, die hier gleich zweimal anfalle, bemerkbar, sagte FMG-Sprecher Anspach. Zudem hätten einige Fluggesellschaften ihre Frequenzen ausgedünnt.

Nach Spanien wollten im vergangenen Jahr 2,9 Millionen Fluggäste. Das sind laut FMG 180 000 mehr als im Vorjahr. Die zweithöchsten Zuwachsraten meldet die FMG für Russland, das 90 000 Menschen mehr von München aus bereisten als Fluggäste als 2012. Hier hat der Airport 2013 erstmals die Millionengrenze geknackt. Stark nachgelassen, nämlich um 20 Prozent, hat dagegen der Ägypten-Verkehr.

Dieter Priglmeir

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