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Jesus auf dem E-Scooter: PETA-Aktivisten fordern ein Umdenken bei den Passionsspielen

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Von: Thomas Eldersch

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PETA-Demonstranten vor dem Theater in Oberammergau.
PETA-Demonstranten vor dem Theater in Oberammergau. © Angelika Warmuth/dpa

Würde Jesus heutzutage mit dem E-Roller fahren anstatt mit dem Esel reisen? Wenn es nach den Tierschützern von PETA geht, ja. Genau das forderten sie jetzt in Oberammergau.

Oberammergau – Endlich wieder Passionsspiele in Oberammergau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Corona-bedingt musste zwei Jahre ausgesetzt werden. Eigentlich hätte laut 10-Jahres-Turnus 2020 eine Umsetzung stattfinden sollen. Jetzt wird diese nachgeholt. Doch die Premiere am Samstag, 14. Mai, ging nicht ohne Protest vonstatten.

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Passionsspiele in Oberammergau 2022: PETA protestiert vor dem Theatergelände

Die Geschichte von Jesus Christus ist bereits gut 2000 Jahre alt, aber in Oberammergau lebt sie alle zehn Jahre wieder von neuem auf. Dabei wird die Inszenierung des Leidenswegs Christi immer wieder ein wenig überarbeitet und angepasst. Beispielsweise befreite Spielleiter Christian Stückl die Passionsspiele dieses Jahr von antisemitischen Tendenzen. Er lässt Jesus Hebräisch sprechen – und macht klar: Christus war gläubiger Jude, der Konflikt um ihn war ein innerjüdischer. Auch dieses Mal hat Stückl den Text verändert, wenngleich nicht so stark wie 2010.

Ist es also abwegig zu fordern, dass auch bei der Fortbewegungsmethode des Heilands die Moderne Einzug hält? Für PETA-Aktivisten ist es genau dafür Zeit. Einige der Tierschützer versammelten sich am Samstag vor dem Theatergelände und forderten, Jesus solle doch mit einem E-Scooter anstatt mit einem Esel einreiten. Auf ihren Transparenten war zu lesen: „Tiere sind Lebewesen, keine Transportmittel“ und „Esel sind keine Schauspieler“.

Passionsspiele in Oberammergau 2022: PETA fordert, keine Tiere mehr einzusetzen

„Heutzutage würde Jesus nicht mehr auf einem Esel reisen. Er würde sich vermutlich auf einem E-Roller oder mit einem anderen tier- und umweltfreundlichen Elektromobil fortbewegen“, sagte Jens Vogt von PETA. „Die Passionsspiele haben auch eine Vorbildfunktion, und eine Abkehr von Tieren auf der Bühne würde ein wichtiges Zeichen setzen.“

Die Tierschützer forderten Spielleiter Christian Stückl auf, andere Tiere ebenfalls nicht mehr einzusetzen. Bei den Passionsspielen sind auch Schafe, Ziegen, Tauben, zwei Pferde und zwei Kamele auf der Bühne. „Esel, Schafe und Ziegen sind sehr soziale Tiere. Sie gehören auf eine grüne Wiese, wo sie mit Artgenossen spielen können“, so PETA.

Nach Kritik von Tierschützern reitet Jesus bei dieser Passion auf einem größeren Esel als früher – dafür wurde eigens der Großesel Aramis engagiert. Abgeschafft wurde der Esel aber nicht. Schon 2020 hatte PETA den E-Roller verlangt. (tel mit dpa)

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