Heizung streikt, Kinder bekamen "kältefrei"

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Kleiner Kasten, große Wirkung: Die Vereisungen im Wärmetauscher (Bildmitte) haben am Montag nicht nur die Heizung in der Schule stellenweise lahmgelegt, sondern auch Hausmeister Roland Scherbaum (l.) und Rektor Bernhard Kindler auf Trab gehalten.

Freising - Die sibirische Kälte hatte die Freisinger Paul-Gerhardt-Schule am Montag fest im Griff: Weil in Teilen des Schulhauses die Heizung ihren Dienst versagt hat, durften zahlreiche Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse früher nach Hause. Dafür liefen im Sekretariat die Telefone heiß.

Den Start in die neue Woche hatte sich Rektor Bernhard Kindler sicher ganz anders vorgestellt: Der Unterricht hatte gerade erst begonnen, da war er für viele Kinder der Paul-Gerhardt-Schule auch bereits wieder beendet. „Wir haben sehr schnell festgestellt, dass unsere Heizung irgendwas abbekommen hat“, sagte der Rektor. Und meinte vor allem den westlichen Gebäudeteil, in dem die gesamten Grundschulklassen sowie die Schüler des M-Zuges untergebracht sind. Am kältesten erwischt hatte es dabei die Klasse M9 a: „Die hatte in ihrem Raum nur noch gut zehn Grad.“

Die nächsten Schritte waren klar: Die Schule hat sofort den Notdienst der Heizungsfirma verständigt, die sich auf die Suche nach dem Problem machte. „Wir haben zunächst einen Rohrbruch vermutet“, berichtet Kindler. Gleichzeitig wurden die Kinder in wärmeren Teilen des Hauses untergebracht. „Die Mittelschulklassen konnten wir in die Fachräume verlagern“, betonte der Schulleiter. „Bei ihnen ist der Unterricht normal weitergelaufen.“

Früher nach Hause durften dafür die Mädchen und Buben aus den Grundschulklassen - und zwar aus vielerlei Gründen: „Erstens ist die Bestuhlung der Fachräume gar nicht auf kleine Kinder ausgerichtet“, sagt Rektor Kindler. Zweitens standen bei ihnen ja nicht so viele Unterrichtstunden auf dem Spiel: „Wenn ich eine Mittelschulklasse heimschicke, fällt auch der Nachmittagsunterricht aus. Da wäre der Ausfall weit größer.“

Gesagt, getan: Im Sekretariat liefen die Telefone heiß - die Eltern der Grundschüler wurden verständigt. „Es war einfach wichtig, sicherzustellen, dass die Kinder daheim nicht vor verschlossenen Türen stehen“, betont Kindler. War ein Elternteil zu Hause, dann konnten die Mädchen und Buben nach Hause - die Erst- und Zweitklässler zur ersten Pause um 9.30 Uhr, die Kinder der dritten und vierten Jahrgangsstufe um 11.15 Uhr. „Wenn kein Familienangehöriger erreichbar war, dann kamen die Kleinen in die so genannte Notgruppe und wurden dort betreut“, sagte Kindler schmunzelnd.

Und es gibt noch mehr Grund zur Freude: Das Übel in Sachen Heizung war am Montagmittag gefunden. Bei einem Wärmetauscher, der von außen kalte Luft ansaugt, war es zu einer Vereisung gekommen. „Wir haben das abgetaut und die Heizung jetzt wieder hochgefahren“, sagte Rektor Bernhard Kindler. Fazit: „Zu 99,9 Prozent kann am Dienstag wieder ganz normaler Unterricht stattfinden.“

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