Peiniger muss in Psychiatrie

Versuchte Vergewaltigung mitten im Flughafen-Gebäude

Flughafen - Ein Passant verhinderte eine Vergewaltigung im Flughafen-Zentralbereich. Der Peiniger wurde wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, aber in der Psychiatrie untergebracht.

Er fühlte sich außerhalb der Realität. „Um die Wirklichkeit wieder spüren zu können“, fiel er über eine Boden-Stewardess her. Im Prozess vor dem Landshuter Landgericht wurde ein 27-Jährige wegen Schuldunfähigkeit vom Vorwurf der sexuellen Nötigung zwar freigesprochen, aber seine Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet.

Die Münchnerin hatte am 8. Oktober vor ihrem Dienstantritt noch ein Café aufgesucht. Dort wurde sie von dem Elektriker angesprochen. Die 26-Jährige gab ihm kurz angebunden zu verstehen, dass sie kein Interesse an einem Gespräch habe. Als sie sich gegen 3 Uhr in den Zentralbereich begab, wurde sie von dem Mann aus Bolgona bedrängt. Er drückte sie gegen die Scheibe eines Geschäfts und versuchte sie zu küssen, scheiterte aber. Wieder drückte er die Frau gegen die Scheibe und nestelte an seiner Hose. Als sie sich weiter wehrte, warf er sie zu Boden, legte sich auf sie und versuchte, ihre Strumpfhose und ihren Slip nach unten zu ziehen. Ein 32-jähriger Mitarbeiter einer Reinigungsfirma hörte die Hilfeschrei und riss den Mann vom Opfer weg. Polizisten nahmen den 27-Jährigen, der sich schlafend stellte, am Tatort fest.

Über seine Verteidigerin Katja Günther räumte der Elektriker die versuchte Vergewaltigung ohne Abstriche ein. Dafür habe er zunächst selbst keine Erklärung gehabt. In der Zwischenzeit wisse er, dass er psychisch krank sei, Medikamente und eine gute Therapie brauche. Erst vergangene Woche war der 27-Jährige - nachdem er im Rahmen der Erdinger U-Haft auffällig geworden war - ins Isar-Amper-Klinikum eingewiesen worden.

Die Boden-Stewardess war überzeugt: „Er wollte mich vergewaltigen.“ Davon habe er sich auch nicht abhalten lassen, als sie ihm ihren Kaffee ins Gesicht geschüttet habe. Sie selbst sei unversehrt, auch psychische Folgen gebe es so gut wie keine.

Die Polizeibeamten berichteten, dass der Elektriker vor Ort offenbar den „Ernst der Sache“ nicht erkannt habe. Auf Fragen habe er konfus geantwortet. Beim Durchlesen des Protokolls habe der Mann dann später selbst angemerkt, dass seine Antworten keinen Sinn machten und dass er sich in psychiatrischer Behandlung befinde.

Der Chefarzt des Isar-Amper-Klinikums berichtete, von Halluzinationen und Wahnvorstellungen des Mannes. Auch Landgerichtsarzt Dr. Hubert Näger meinte, dass der Elektriker an einer schizo-affektiven Psychose leide und zur Tatzeit eine akute Phase vorgelegen habe. Nicht ausschließbar habe deshalb bei ihm Schuldunfähigkeit vorgelegen. Die akute Symptomatik bestehe nach wie vor, der 27-Jährige sei gefährlich, weitere Sexualstraftaten nicht auszuschließen.

Mit dem Freispruch wegen Schuldunfähigkeit und der Anordnung der Unterbringung entsprach das Gericht dem Antrag von Staatsanwältin Dr. Maria Limmer, während die Verteidigerin der Ansicht war, dass man auf eine Unterbringung verzichten könne. Richter Oliver Dopheide wollte eine Entlassung in eine ambulante Therapie aber nicht verantworten. Als Alternative zeigte er dem Italiener auf, bei der Staatsanwaltschaft eine Unterbringung in seiner Heimat zu beantragen.

ötl

Rubriklistenbild: © dpa

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