In der S 3

Peinlich: Falsche S-Bahn-Ansage an über 100 Tagen im Jahr

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Falsche Durchsage: Während diese Züge zurecht auf dem Abstellgleis auf den nächsten Einsatz warten, müssen viele Fahrgäste aufgrund eines Fehlers der Bahn zu Unrecht am Bahnhof warten. Besserung ist nicht Sicht.

Deisenhofen - An über 100 Tagen im Jahr ist in der S  3 vor Deisenhofen eine falsche Ansage zu hören. Den erwähnten Anschluss gibt es gar nicht. Aber die Bahn kann die Absage nicht abschalten.

Jörg Koppen will die falsche Durchsage beseitigt haben.

„Nächster Halt Deisenhofen. Umstieg Richtung Solln.“ Diese Ansage in der S  3 aus Holzkirchen kommend hat Jörg Koppen (59) aus Oberhaching schon oft gehört. Das Problem ist nur: Die Durchsage ist nicht korrekt, und das an mehr als 100 Tagen im Jahr. An Samstagen, Sonntagen und an Feiertagen gibt es von Deisenhofen aus keinen Anschluss nach Solln. Fahrgäste, die der Durchsage folgen und hier umsteigen, stehen abgehängt am Bahnhof herum. Verbindungen zwischen Deisenhofen und Solln bzw. München Hauptbahnhof bestehen nämlich nur werktags von 5.37 Uhr bis 19 Uhr mit dem „Meridian“. „An Wochenenden und an Feiertagen muss man die Durchsage deshalb doch abschalten“, sagt S-Bahnfahrer Koppen.

Nachdem er selbst am Sonntag, 18. Januar, die Ansage hört, verschickt er deshalb eine E-Mail. Adressaten sind der Münchner Verkehrsverbund, die Infostelle des „Meridian“, die DB Regio und das Landratsamt München. „Ich bitte Sie, die Ansage baldmöglichst zu korrigieren bzw. abzuschalten“, schreibt Koppen, der sich bei der Lokalen Agenda Oberhaching im Arbeitskreis Verkehr und Ortsentwicklung engagiert. Und: „Als Sofortmaßnahme sollten die Fahrer der S-Bahn die Ansage richtigstellen.“

Eine fachliche Antwort auf seine Fragen erhält der Oberhachinger jedoch nicht. Dafür hört er, als er am Sonntag, 15. Februar, wieder mit der S 3 nach Deisenhofen fährt, abermals die falsche Durchsage. „Wie kann das sein?“, fragt sich Koppen – knapp einen Monat nach dem Absenden seiner Mail. Ein Versehen? Ein technischer Defekt? Oder schlichter Unwille bei der Bahn?

Bahn kann Ansage nicht abschalten

Erst auf Nachfrage des Münchner Merkur lässt die Bahn durch einen Sprecher erklären: „Bei den bemängelten Durchsagen handelt es sich um automatische Ansagen vom Band. Solche Durchsagen werden rechtzeitig bei der Anfahrt auf einen Bahnhof ausgelöst, wenn der Zug einen Kontakt am Gleis passiert.“ Und weiter: „Es ist zurzeit leider technisch nicht möglich, zu einzelnen Tages- oder Wochentagen unterschiedliche Ansagen einzuspielen.“

Will heißen: In der S 3 wird die Durchsage „Nächster Halt Deisenhofen. Umstieg Richtung Solln“ wohl auch weiterhin zu hören sein. Werktags, wenn die Ansage stimmt – aber auch samstags, sonntags und an Feiertagen, wenn Fahrgäste damit sprichwörtlich aufs Abstellgleis geschoben werden. Ein Unding, findet Koppen. „Eigentlich würde ich mir die Serviceleistung einer so renommierten Bahngesellschaft besser vorstellen.“ Eine zweite Mail vom 15. Februar hat er deshalb auch an die Bayerische Eisenbahngesellschaft geschickt. Als übergeordnete Behörde muss sie der S-Bahn über die Finger schauen.

Denn: Etwas Hoffnung, dass sich die Ansage ändern lässt, hat Koppen doch. Vor etwa zwei Jahren hatte er schon einmal auf eine falsche Ansage in der S 3, diesmal aus München kommend, hingewiesen. „Damals hat sich die Verantwortliche der S-Bahn höchstpersönlich dahinter geklemmt“, berichtet er. „Nach einigen Wochen war die falsche Ansage abgestellt.“

Geteiltes Leid

Ob diese Beispiele Fahrgäste der S 3 besänftigen können? In ihrer Antwort zu den falschen Durchsagen weist die Deutsche Bahn darauf hin, dass „Fahrgast-Informations-Durchsagen stets auf alle Umsteigemöglichkeiten hinweisen, egal ob dort in nächster Zeit ein Anschlusszug verkehrt oder nicht.“ So werde beispielsweise auch in der Nacht in der S 1 von und nach Freising auf einen Anschluss zum Flughafen hingewiesen, obwohl die Züge nach Mitternacht nicht mehr auf diesem Streckenast verkehren.

Von Sophia Heyland

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