Großeinsatz am Freitag

Nach Pfefferspray-Attacke Schule mit Verletzten - Polizei hält es für „Unsinn“

Zehn Rettungswagen, drei Notärzte, 22Schüler mit Atem- und Kreislaufproblemen - das ist die vorläufige Bilanz eines Ausrasters in der Pausenhalle der Realschule Peißenberg.

  • In der Pausenhalle der Peißenberger Realschule hat ein 16-Jähriger Pfefferspray versprüht.
  • Schüler im Alter zwischen 10 und 16 Jahren wurden verletzt.
  • Ein Schüler musste ins Krankenhaus geflogen werden, zwei weitere wurden im Rettungswagen abtransportiert.
  • Zehn Rettungswagen und drei Notärzte waren im Einsatz
  • Zunächst waren 13 verletzte Schüler gemeldet worden, mittlerweile wurde die Zahl auf 22 nach oben korrigiert.
  • Wie am Montag bekannt wurde, geht die Polizei mittlerweile von einem „dummen Jungenstreich“ aus

Update, 16. Dezember, 15.50 Uhr: Inzwischen steht laut Polizei Weilheim fest, dass der 16-jährige Realschüler das Pfefferspray „aus Unsinn“ benutzt hat. Er habe ganz bestimmt nicht gewollt, dass so viele Mitschüler verletzt werden. „Das war mehr ein dummer Jugendstreich“, sagte Johann Schwaller von der Polizeiinspektion Weilheim zu dem Pfefferspray-Vorfall. So schätzt die Sache auch der Rektor der Peißenberger Realschule Armin Thefeld ein: „Der Schüler wollte niemanden speziell schädigen.“ Er habe in keinster Weise damit gerechnet, dass er das auslösen könnte, was er ausgelöst hat. Das Spray zu benutzen, sei einfach „Dummheit“ gewesen. „Inzwischen ist alles wieder im grünen Bereich“, so Thefeld. kh

Update, 13. Dezember, 14.53 Uhr: Die Zahl der Verletzten wurde mittlerweile auf 22 nach oben korrigiert. Das BRK war mit einem Großaufgebot im Einsatz, sagte Michael Limbrunner, BRK-Rettungsdienstleiter im Landkreis – fünf RTW, zwei KTW und insgesamt 25 Einsatzkräfte waren vor Ort, dazu ein Notarzt und ein Hubschrauber. Laut Limbrunner wurden 22 Kinder verletzt, fünf Schüler kamen ins Krankenhaus nach Garmisch-Partenkirchen, wo es eine Kinderabteilung gibt. „Die restlichen konnten wir vor Ort behandeln und sie danach entweder ihren Eltern übergeben oder wieder in den Unterricht zurückschicken“, so Limbrunner.Weil nur ein kleiner Teil des Schulbereichs betroffen war, habe der Unterricht weitergeführt werden können. „Die Situation hat sich auch schnell wieder entspannt“, sagte er.

+++ Update 13.41 Uhr +++: Die Schule lehnt auf Nachfrage jede Stellungnahme ab und verweist auf die polizeilichen Ermittlungen.

+++Erstmeldung, 13. Dezember, 13.16 Uhr+++

Peißenberg - Wie die Polizeiinspektion Weilheim am Freitag mitteilte, versprühte ein 16-jähriger Schüler am Freitag gegen 9.30 Uhr in der Pausenhalle der Realschule Peißenberg sogenanntes Tierabwehrspray - besser bekannt als Pfefferspray. Zu diesem Zeitpunkt herrschte in der Halle Pausenbetrieb, weshalb sie voll besetzt war, schreibt die Polizei weiter.

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Durch das Versprühen des Pfeffersprays wurde eine größere Anzahl von Schülern verletzt, da sie offenbar zu nah am Austrittsort des Reizgases standen. Insgesamt klagten nach bisherigen Erkenntnissen 13 Schüler über Atem- bzw. Kreislaufprobleme. „Diese Zahl könnte sich aber noch vergrößern“, schreibt Bernd Schewe, der Leiter der Verfügungsgruppe der Polizeiinspektion Weilheim.

Die Tatwaffe: Pfefferspray (Symbolbild).

Ein Schüler musste ins Krankenhaus geflogen werden

Bei einem Schüler seien die durch das Gas ausgelösten Probleme aufgrund einer Vorerkrankung so massiv gewesen, dass er mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste. Zwei weitere Schüler wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den Täter laufen

Die betroffenen Schüler sind zwischen 10 und 16 Jahre alt, teilten die ermittelnden Beamten weiter mit. Es kam zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte. Die Besatzungen von zehn Rettungswagen und drei Notärzte waren vor Ort und kümmerten sich um die Schüler. 

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Dazu kamen zwei Streifenwagenbesatzungen der Weilheimer Polizei. Der Einsatz des Pfeffersprays wird für den Schüler ernste Konsequenzen haben: Die Polizei hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen.

An einer Schule in der Nähe von Augsburg gab es zu einem drastischen Fall von Cybermobbing. Ein Jugendlicher (13) musste seine eigene Todesanzeige in der Zeitung lesen. 

Das war wohl keine gute Idee: Die Polizei München machte zwei Schüler ausfindig, die über soziale Netzwerke Das war wohl keine gute Idee: Die Polizei München machte zwei Schüler ausfindig, die über soziale Netzwerke antisemitisches Material  verbreitet haben.

Rubriklistenbild: © Arndt Pröhl

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