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Um Strom zu sparen: Bayerische Gemeinde will sogar auf Weihnachtsbaum verzichten

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Von: Christoph Peters

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Um Strom zu sparen, will die Gemeinde Peiting heuer keinen Weihnachtsbaum aufstellen.
Um Strom zu sparen, will die Gemeinde Peiting heuer keinen Weihnachtsbaum aufstellen. © Hans-Helmut Herold

Auch die Gemeinde Peiting ist dabei, die neue Energiesparverordnung umzusetzen. Um den Stromverbrauch im Winter zu senken, will man sogar auf den großen beleuchteten Weihnachtsbaum verzichten.

Peiting – In der Nacht auf Donnerstag gehen in der Gemeinde Peiting buchstäblich die Lichter aus – zumindest ein paar. Erleuchteten Strahler bislang des nächstens die Kirchen Maria Egg und St. Michael sowie die Schloßberghalle, ist es damit nun erst einmal vorbei. Grund dafür ist die neue Energiesparverordnung, die die Bundesregierung erlassen hat und die nicht nur Bürger, sondern auch die Kommunen in die Pflicht nimmt. Die darin enthaltenen Maßnahmen sollen helfen, einen drohenden Gasengpass im Winter zu vermeiden.

Eigentlich gilt die Verordnung bereits seit Anfang September, dass die Außenbeleuchtung wie vorgeschrieben erst jetzt mit einigen Tagen Verspätung abgeschaltet wird, hat einen einfachen Grund. Wie Bürgermeister Peter Ostenrieder erklärt, gebe es keinen eigenen Schalter für die Strahler. „Sie hängen an der Straßenbeleuchtung.“ Um sie stillzulegen, brauche es deshalb einen Elektrofachbetrieb und der sei so kurzfristig nicht zu bekommen gewesen.

Energiekrise: In Schulen und im Rathaus wird weniger geheizt

Auch an anderer Stelle wird noch an der Umsetzung der vorgeschriebenen Maßnahmen gearbeitet. Die betreffen vor allem die Raumtemperaturen. In den öffentlichen Büros im Rathaus darf diese laut Verordnung während der Heizperiode nicht mehr höher als 19 Grad liegen. Auch in den gemeindlichen Sportanlagen wird es in der Wintersaison deutlich kühler.

„Hier senken wir die Temperatur von 20 auf 18 Grad.“ Für Schulen gelten die neuen Vorschriften nicht, doch auch hier habe man sich entschieden, die Räume statt bislang auf 22 künftig nur noch auf 20 Grad zu heizen, sagt der Bürgermeister, der vorrechnet: „Jedes Grad bringt eine Kosteneinsparung von fünf Prozent.“ Nur bei den Kitas bleibe alles beim Alten.

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Um sicherzustellen, dass die Temperaturen auch eingehalten werden, lässt die Gemeinde derzeit regelbare Thermostate durch solche ersetzen, die nicht einfach durch die Nutzer verstellt werden können. Einzige Ausnahme bildet das Rathaus. Dort würden die Mitarbeiter angehalten, abends die Heizkörper runterzudrehen, so Ostenrieder.

Die Warmwassertemperatur etwa in den Umkleiden der Sportstätten zu senken, ist dagegen wegen der Legionellengefahr keine Option. Hier bleibe nur der Appell an die Nutzer, kürzer zu duschen und so weniger Warmwasser zu verbrauchen, so Ostenrieder. „Auch darauf werden wir nochmal hinweisen wie auch darauf, beim Verlassen alle Fenster zu schließen.“

Strom sparen in Weilheim-Schongau: Weihnachtsbeleuchtung ja, Weihnachtsbaum nein

Selbst über die Weihnachtsbeleuchtung hat man sich bei der Gemeinde auf der Suche nach weiteren Einsparmöglichkeiten schon Gedanken gemacht. Sie werde auch heuer in den Straßen aufgehängt, verspricht der Rathauschef. Schließlich sei diese für die Bürger ein wichtiger „Sozial- und Wohlfühlaspekt“.

Lieber will man in diesem Jahr auf den Lichtervorhang am Rathaus und den großen, beleuchteten Weihnachtsbaum am Hauptplatz verzichten. Ostenrieder: „Der frisst viel Energie und wird Stand jetzt nicht kommen.“ Es wäre laut dem Rathauschef eine Premiere. Dass die Gemeinde keinen Christbaum aufstellt, gab es bislang noch nie. Wie das wohl die Peitinger finden?

Der Bürgermeister sieht’s entspannt: „Während Corona hing die Weihnachtsbeleuchtung mal drei Wochen länger als üblich. Das war auch eine Premiere.“ Zudem sei der Gemeinde bislang auch noch kein Baum angeboten worden von Bürgern. „Den Kompromiss halten wir deshalb für sinnvoll.“

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