Drama in Lech: Vier Tage nach dem Lawinenabgang - Polizei findet Leiche des vierten Skiwanderers 

Drama in Lech: Vier Tage nach dem Lawinenabgang - Polizei findet Leiche des vierten Skiwanderers 

Gericht entscheidet

In Naturbad: Münchnerin kippt mitsamt Umkleide um und fordert Schmerzensgeld - mit skurriler Begründung

+
Eine Münchnerin kippte am  Eitzenberger Weiher mitsamt der Umkleidekabine um (Symbolfoto).

Eine Münchnerin verletzte sich im Naturbad Eitzenberger Weiher schwer, als ihre Umkleidekabine umstürzte. Sie verklagte die Stadt Penzberg – mit wenig Erfolg.

Penzberg/München – Luise V. (Name geändert) wird jenen Sommertag wohl so schnell nicht vergessen: Die Münchner Lehrerin war am 24. Juli 2016 mit einer Freundin und ihrer Tochter zum Schwimmen in das Naturbad Eitzenberger Weiher in der Nähe von Penzberg gefahren.

Gegen 18 Uhr wollte sie sich umziehen, ging in eine sogenannte mobile Umkleidekabine. Doch plötzlich verlor die Frau auf dem rutschigen Boden das Gleichgewicht und stieß gegen die Wand der Kabine – diese stürzte daraufhin um. Auch die Frau fiel und verletzte sich erheblich. Sie brach sich den Schienbeinkopf, erlitt mehrere Prellungen.

„Sie leidet bis heute unter den Folgen“, sagt ihr Anwalt. Vier Monate war die Pädagogin nach dem Unfall krankgeschrieben. Der Schuldige ist aus ihrer Sicht klar: die Stadt Penzberg. Sie klagte vor dem Münchner Landgericht. Dort forderte sie im Februar mindestens 10.000 Euro Schmerzensgeld. Zudem machte die Lehrerin geltend, dass sie den Familienhaushalt wegen der schlimmen Verletzungen monatelang nicht mehr richtig führen konnte.

Deshalb wollte sie von der Stadt noch einmal gut 5500 Euro zusätzlich. Die Stadt Penzberg sei ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen, so der Vorwurf. Konkret warf die Frau der Kommune vor, die Kabinen seien mit nur einem Quadratmeter schlicht zu klein gewesen – deshalb sei es schwierig, darin das Gleichgewicht zu halten. Auch sei der Boden zu rutschig gewesen.

Zweite Instanz urteilt glasklar

Die Stadt wies ihre Forderungen zurück. Die Kommune verwies darauf, dass man keinen Eintritt verlange. Es handle sich auch nicht um ein gesichertes reguläres Bad. Das Landgericht sah dagegen einen Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht und gab der Frau teilweise recht. Die Stadt habe mit der Einrichtung eines Naturfreibads „einen Publikumsverkehr eröffnet“ und hafte für das Wohl der Besucher.

Allerdings habe die Münchnerin eine Mitschuld. Schließlich hatte sie gesehen, dass die Kabine auf schiefem Boden stand und sei dennoch hineingegangen. Diese 50-prozentige Mitschuld müsse beim Schmerzensgeld und dem Schadensersatz berücksichtigt werden. Da weder die Frau noch die Stadt Penzberg mit dem Landgerichtsurteil zufrieden waren, ging das Verfahren umgehend in die nächste Instanz.

Das Oberlandesgericht OLG gab am Donnerstag der Stadt recht. Es bestehe keine Verkehrssicherungspflicht. So verlange die Kommune keinen Eintritt, der Weiher sei auch kein richtiges, von der Stadt betriebenes, Freibad.

„Ich erkenne keine grobe Fahrlässigkeit“, sagte der Vorsitzende Richter. Viele Jahre lang habe es keine gemeldeten Unfälle mit den Umkleidekabinen geben, das Unglück sei nicht vorhersehbar gewesen. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu, weshalb die Klage der Münchnerin Lehrerin nun endgültig gescheitert ist.

Lesen Sie auch: 

Nagel-Attacke auf Bauernfamilie in Pähl: “Das ist ein gezielter Anschlag“

Diese Skigebiete im Umland von München öffnen schon am Samstag

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Vor den Augen der Ehefrau: Mann (44) zwischen zwei Lkw zerquetscht
Vor den Augen der Ehefrau: Mann (44) zwischen zwei Lkw zerquetscht
Von Baum erschlagen: Drama um den kleinen Simon in Aying
Von Baum erschlagen: Drama um den kleinen Simon in Aying
Flixbus lässt Fahrgäste auf Bundesstraße raus - Polizei ermittelt
Flixbus lässt Fahrgäste auf Bundesstraße raus - Polizei ermittelt
Neunjähriger Bub in Aying von Baum erschlagen – auch die Kanzlerin reagiert
Neunjähriger Bub in Aying von Baum erschlagen – auch die Kanzlerin reagiert

Kommentare