So viel Liebe

Geschichte über Oma Gerda beweist, warum Familien-Gruppenchats auf WhatsApp doch wunderbar sind

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Im Sommer ist die 89-jährige Penzbergin Gerda Vierke zum vierten Mal Uroma geworden.

Meistens nerven WhatsApp-Gruppenchats: Zu viele Leute schicken Belangloses, Emojis und Bilder hin und her. Aber die Geschichte über Oma Gerda aus Penzberg beweist, wie wunderbar die Familien-Gruppenchats in Wahrheit sind.  

Wenn ich mal alt bin, dann wäre ich gern wie meine Oma Gerda Vierke. „Danke an alle. Gute Nacht“ schreibt sie in den Gruppenchat auf WhatsApp, nachdem sie mal wieder bis zum Schluss auf einer Feier mit dabei war. 

Meine Oma wird am 1. Dezember 90 Jahre alt. Manchmal erzählt sie von früher, wie es war als sie im Krieg mit ihren drei Schwestern im Zug geflüchtet ist. Sie war damals 16 und die Älteste der vier Geschwister, musste schon früh Verantwortung übernehmen. Ein einfaches Leben hat sie geführt, geheiratet, zwei Kinder bekommen und einmal im Jahr sind sie mit dem Wohnwagen nach Kroatien in den Urlaub gefahren. 

Als mein Opa 2004 starb, hatte sie keine leichte Zeit. Aber sie hat es sich nie anmerken lassen. Heute, wenn ich sie manchmal anrufe, erzählt sie mir mit wem sie sich in der Stadt getroffen hat zum Kaffeetrinken, dass sie mit dem Fahrrad beim Einkaufen war, in der wöchentlichen Gymnastikstunde war oder meinen Onkel und seine Familie besucht hat. Und von ihren Plänen, die sie in der nächsten Woche hat oder ob sie am nächsten Vereinsausflug teilnimmt. 

Mit dem Auto fährt sie dreimal pro Woche zu meiner Mutter und hilft ihr im Haushalt, macht Marmelade oder kümmert sich um den Garten. Vor zwei Jahren, zum 88. Geburtstag, hat sie von allen Enkeln ein Smartphone bekommen. Weil sie es so schade fand, dass sie nie die Bilder bekommt, die immer per WhatsApp verschickt werden. Heute ist sie im Familien-Chat eine der aktivsten und ich bekomme ein paar Mal pro Woche Nachrichten von ihr (meistens mit Emojis), einen Spruch oder ein Bild. 

Und ich freu mich, und hoffe dass ich noch ganz lange Nachrichten von ihr bekomme.

Diesen lieben Gastbeitrag über ihre bald 90-jährige Oma, die in Penzberg lebt, schrieb Claudia Pentenrieder aus München. 

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