Münchnerin hatte geklagt

Nach skurrilem Umkleide-Unfall an Weiher: So schützt sich die Stadt vor weiteren Klagen

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Schamwand: So sah die alte Umkleide aus, die der Stadt einen Prozess bescherte.

Zweimal wurde die Stadt Penzberg wegen einer umgestürzten Badekabine am Eitzenberger Weiher verklagt. Nun probiert es die Stadt wieder mit Kabinen, ändert aber ein wichtiges Detail.

Penzberg – 15 500 Euro wollte eine Münchnerin von der Stadt Penzberg haben, weil sie im Juli 2016 am Eitzenberger Weiher samt einer Umkleidekabine umgekippt war. Sie brach sich damals den Schienbeinkopf und erlitt Prellungen. Die Lehrerin, die laut Anwalt deswegen vier Monate krankgeschrieben war, verklagte die Stadt Penzberg auf mindestens 15 500 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz (wir berichteten). Der Verfahren ging damals gleich über zwei Instanzen. 

Zuerst gab das Landgericht in München im Februar 2018 der Frau teilweise Recht, weil es einen Verstoß gegen die Verkehrssicherheitspflicht durch die Stadt Penzberg sah.Das Oberlandesgericht entschied dann im vergangenen Dezember allerdings für die Stadt Penzberg. Es argumentierte, dass gar keine Verkehrssicherheitspflicht bestehe, weil die Stadt kein Eintrittsgeld verlange und der Weiher kein richtiges, von der Stadt betriebenes Freibad sei.

Penzberg wirbt mit dem Slogan: „Idyllischer lässt sich der Sommer kaum genießen“

Die Stadt Penzberg, die auf ihrer Internetseite für den Eitzenberger Weiher als „städtisches Freibad“ samt Liegewiese, Floß, Kiosk und Badesteg wirbt („Idyllischer lässt sich der Sommer kaum genießen“), dessen Wasserqualität das Gesundheitsamt überprüft, kam damals quasi mit einem blauen Auge davon. Um nicht wieder in so eine Bredouille zu geraten, zieht die Stadt nun Konsequenzen. Sie lässt für die neue Badesaison zwar wieder Badekabinen aufstellen – diesmal allerdings fest auf einer Bodenplatte montiert. Die alten Umkleidewände, die nicht am Boden verankert waren, wurden entsorgt.

Schamwand: So sah die alte Umkleide aus, die der Stadt einen Prozess bescherte.

Stadtbaumeister Justus Klement hatte den Bauausschuss vor kurzem über die Arbeiten am Eitzenberger Weiher informiert – das juristische Vorspiel erwähnte er dabei nicht. Aufgrund zahlreicher Bitten aus der Bevölkerung im vergangenen Sommer, erklärte er, werde der Bauhof sowohl am Eitzenberger Weiher als auch am Kirnberger Weiher auf Gut Hub wieder je eine Umkleidekabine aufstellen. Dabei soll es sich um Umkleideschnecken handeln. Sie sollen mehr Platz als die Vorgängerkabinen bieten und behindertengerecht sein. Für die drei mal drei Meter große Kabine am Kirnberger Weiher wurde die Bodenplatte bereits im Herbst betoniert.

Eitzenberger Weiher: Viele Fragen müssen noch geklärt werden

Der Standort am Eitzenberger Weiher sei noch nicht festgelegt, so Klement. Er erinnerte daran, dass es vergangenes Jahr Beschwerden wegen des alten Standorts nahe dem Grillplatz gegeben habe. Deshalb soll die Umkleide einen Abstand vom Grillplatz halten und zugleich möglichst zentral stehen – aber nicht zu nah an der Straße, damit Passanten nicht von oben in die Kabinen schauen können, fügte Klement an. Fertig sein sollen die umsturzsicheren Umkleiden zum Start der Badesaison.

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