Keine Betreuung ab dem 1. April

Erdinger Eltern völlig ratlos: 17 Kindergartenkindern gekündigt - und nun? 

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Kein Grund zu Feiern gibt es derzeit im AWO-Kinderhaus Hand in Hand. Eine Gruppe muss schließen - wegen Personalmangels.

Der Mangel an Erzieherinnen zwingt die erste Einrichtung im Landkreis, eine Kindergartengruppe aufzulösen. 17 Familien, denen der Betreuungsplatz gekündigt wird, wissen nicht, wer ihren Nachwuchs nach dem 1. April betreut.

Erding - Auf den Fluren des Altenerdinger Kinderhauses Hand in Hand standen gestern Morgen zahlreiche ratlose Eltern. Sie lasen mit Verwunderung einen Brief, den die Kindergartenleitung über Nacht an den Plätzen der Mädchen und Buben des Kindergartens ausgelegt hatte. Eine Gruppe muss wegen des Mangels an Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen geschlossen werden – nicht nur vorübergehend, sondern auf unbestimmte Zeit, wie es in dem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Kreisverband Erding als Träger heißt.

Betroffen ist die Dschungel-Gruppe. Sieben Vorschulkinder werden auf andere Gruppen verteilt. Aber für 17 Kinder gibt es nach Informationen unserer Zeitung an der Pfarrer-Fischer-Straße keinen Platz. Die Betreuungsverträge sollen zum 1. April dieses Jahres außerordentlich gekündigt werden. Das bedeutet für diese Familien nichts anderes, als dass sie völlig in der Luft hängen, wie es danach weitergeht. Besonders hart trifft es Eltern, die beide arbeiten (müssen).

AWO-Kreisverband: Kein kurzfristiger Ersatz 

„Aufgrund von Beschäftigungsverboten durch Schwangerschaften, krankheitsbedingten Ausfällen, Kündigungen und kurzfristigen Bewerbungsabsagen hat der AWO-Kreisverband Erding keine Möglichkeit, kurzfristig für Ersatz zu sorgen“, heißt es in dem Elternbrief. Auch ein Personaleinsatz aus anderen Einrichtungen der AWO könne derzeit nicht gewährleistet werden.

Karin Seibt und Christian Cosimo vom AWO-Vorstand versichern, dass man „in der Vergangenheit alle Möglichkeiten zur Personalgewinnung genutzt“ habe. Aber: „Durch den bundesweiten Fachkräftemangel steht derzeit kein pädagogisches Personal zu Verfügung.“

Zu diesem drakonischen Schritt hat sich die AWO laut Seibt und Cosimo auch deshalb entschlossen, „um auch weiterhin eine qualitativ pädagogische Betreuung bieten zu können“. Und sie versichern, „weiter alle Möglichkeiten zu nutzen, um schnellstmöglich wieder Fachkräfte zu gewinnen, um weitere Betreuungsplätze für den Kindergartenbereich bieten zu können“. Hort und Krippe sind nicht betroffen.

Stadt Erding sucht nach Lösungen

Aber auch alle anderen Familien mit Kindergartenkindern müssen mit Einschnitten rechnen. Die AWO kündigt an, dass bereits ab dem heutigen 1. März keine Erhöhungen der Buchungszeiten mehr möglich seien. Auch würden ab sofort keine weiteren Betreuungsplätze mehr für Drei- bis Sechsjährige angeboten.

Die Stadt Erding ist informiert, das Landratsamt und der Elternbeirat auch. Rathaussprecher Christian Wanninger teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass einige Familien tatsächlich die Kündigung des Betreuungsplatzes ins Haus stehe. Dennoch werde die Stadt, so Wanninger weiter, alles tun, um den 17 Mädchen und Buben eine Alternative zu bieten, wenn auch in neuem Umfeld. In der Großen Kreisstadt gibt es insgesamt 19 Kindertagesstätten. „Noch haben wir keine Lösung, aber wir arbeiten intensiv daran“, versichert Wanninger. Die Stadt werde die Familien möglichst nicht im Stich lassen. Am kommenden Dienstag wird es in der betroffenen Gruppe einen Elternabend geben. Von dem ist in dem Brief allerdings noch nicht die Rede.

Der Fall ist im Landkreis bislang einzigartig. Dass eine Kindergartengruppe wegen Personalmangels auf unbestimmte Zeit geschlossen werden muss, hat es laut Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer noch nie gegeben. Der Betreuungsschlüssel von 1:11 werde von allen geförderten Kitas eingehalten. Auch das Landratsamt bemühe sich um eine Lösung für die 17 betroffenen AWO-Kinder.

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