Petershausen: 61-Jähriger ersticht Ex-Frau

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Das Wohnanwesen in Petershausen.

Dachau - Für die Kripo steht fest: Er kam, um zu morden. Am Samstagabend hat ein 61 Jahre alter Mann in Petershausen seine Ex-Frau (43) erstochen. Vor den Augen des neuen Ehemannes und dessen Sohnes (7).

Der Täter ließ sich widerstandslos festnehmen. Er sitzt im Gefängnis. Was den 61-jährigen Kosovaren zu dieser Wahnsinnstat trieb, muss noch ermittelt werden. Die Kriminalpolizei geht aber davon aus, dass Eifersucht das Motiv ist. Womöglich ertrug er es nicht, dass seine Ex-Frau ein neues, glückliches Leben ohne ihn führte.

Die 43-Jährige, die ebenfalls aus dem Kosovo stammt, kehrte am Samstag gegen 22.20 Uhr mit ihrem neuen Mann und dessen Sohn zurück zum Haus in der Jetzendorfer Straße im Ortszentrum von Petershausen. Sie stellten das Auto auf dem Parkplatz hinter dem Sechsfamilien-Haus ab. Der Täter wartete schon, in der Hand ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge.

Mit einem einzigen gezielten Stich nahm der 61-Jährige seiner Ex-Frau das Leben. Der Stich wurde nach Auskunft der Polizei gegen den Oberkörper geführt, die Klinge verletzte lebenswichtige Organe. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät.

Ob ihr Mann Widerstand leistete, verriet die Polizei nicht. Sicher ist, dass er mit seinem Sohn quer über die Straße zum Gasthaus Schmiedwirt rannte, dort um Hilfe flehte. Die Mitglieder des Petershauser 1860-Fanclubs begossen im Gasthaus zu später Stunde noch den Heimsieg der Löwen über Karlsruhe, sie wollten ihren gemeinsamen Stadionbesuch fröhlich ausklingen lassen. Doch die gesellige Runde wurde jäh beendet. Zu acht liefen sie hinüber zum Tatort. „Da lag die Frau in einer großen Blutlache“, so ein Mitglied des Fanclubs.

Ein Nachbar leistete Erste Hilfe, kurz darauf traf der Petershauser HVO (Helfer vor Ort) des BRK ein. Alle Reanimierungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg, der BRK-Helfer konnte nicht mehr helfen. Auch am Tag nach der schrecklichen Tat wollte er über das Erlebte nicht sprechen.

Wo sich der Täter zu diesem Zeitpunkt aufhielt, ist noch unklar. Wenig später war ein Großaufgebot der Polizei in Petershausen, der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Der 61-Jährige wurde in unmittelbarer Nähe zum Tatort gefasst. Polizeibeamte fesselten ihn an der Bushaltestelle gegenüber an die Stange des Halteschilds. Der Mann soll dort weitere Drohnungen ausgestoßen haben.

Schmiedwirt-Chef Reiner Pfündl und seine Mitarbeiter kümmerten sich unterdessen so gut es ging um den Siebenjährigen, den der Mann der Ermordeten bei ihnen gelassen hatte. „Der arme Bub war völlig apathisch“, berichtet Pfündl.

Keine Polizei, keine Absperrungen – am Tag nach dem Mord sieht das weiße Haus mit den blauen Fensterläden aus wie immer. Nur im Hinterhof, wo sich der Haupteingang zum Treppenhaus befindet, hat jemand Blumen auf den Boden gestellt. Daneben brennen Teelichter in einer gelben Vase. Die Nachbarn wissen wenig über die kleine Familie, die im zweiten Stock wohnte. Freundlich sei die Frau gewesen und fleißig, sagt ein Mann.

Über den Täter weiß niemand etwas zu berichten. Wie Polizeisprecher Günther Beck mitteilt, wohnt der 61-Jährige früher ebenfalls in Petershausen.

Am Sonntagabend erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehl. Die Leiche des Mordopfers soll am heutigen Montag obdukziert werden.

Thomas Leichsenring

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