Petershausen

Der Täter ging vor wie im Horrorfilm: Doppelmord bis ins Detail geplant

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Prozess um Doppelmord von Petershausen

Der Doppelmord von Petershausen war offenbar eine von langer Hand geplante Tat. Das zeigte der vorletzte Prozesstag am Landgericht München II. Das Motiv war unfassbarer Drang nach Sexualität.

Petershausen – Eigentlich war Alexandra F. gar nicht zum Feiern zumute gewesen. Sie fühlte sich elend, konnte am Tag vor der Tat nicht zur Arbeit gehen. Hätte sie nur auf ihren Körper gehört. Doch an jenem Faschingssamstag 2018 wollte die schüchterne 40-Jährige einmal über ihren Schatten springen und sich bei ihrem Bekannten auf das bunte Faschingstreiben am Nachmittag einstimmen. Ihre gleichaltrige Freundin Margit, verkleidet als Indianerin, nahm sie mit.

Rechtsmediziner sprach  über Details zur Todesursache

Was in der Wohnung von Frank H. im Februar 2018 genau passierte, wird wohl nie an die Öffentlichkeit dringen. Zu oft fand der Mordprozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So auch gestern, als der Rechtsmediziner über Details zur Todesursache und der anderen Quälereien referierte. Dennoch blieb es kein Geheimnis, dass der 54-jährige Meteorologe Schreckliches und Widerwärtiges angerichtet hatte. Er flößte den beiden Frauen hochprozentigen Alkohol ein, folterte sie, tötete sie und schändete ihre Leichen. In Vorbereitung auf die Tat hatte er Abdeckplanen und harten Alkohol gekauft, sowie witzige Comic-Filme heruntergeladen. Auf seinem Schreibtisch lagen ein Abschiedsbrief und 4000 Euro für seinen Sohn.

Alle Anstrengungen galten nur der Gier, seine angebetete Alexandra noch einmal berühren zu können. Das zumindest hatte er den Kripobeamten auf dem Weg ins Krankenhaus berichtet, als sie nach dem Grund für die Morde fragten. Dorthin wurde er wegen seines Suizid-Versuchs gebracht.

Lesen Sie auch bei Merkur.de: Doppelmord von Petershausen - Polizist berichtet von Einsatz: „Habe schon viel erlebt, aber...“ 

„Ich wollte sie noch einmal berühren, ein einziges Mal, im Bett. Doch es war nicht richtig schön“, sagte er den Beamten. Eine Befragung der Nachbarn ergab, dass die Frauen sich wohl noch gewehrt haben müssen. Auf jeden Fall drangen Hilfeschreie und Rufe wie „Was machst Du da?“ in andere Wohnungen. Es wurden Streitigkeiten zwischen Mann und Frau wahrgenommen. Mehr aber nicht. Eine Zuordnung gelang keinem. Die Wut auf Frauen hätte bereits einer früheren Beziehung des 54-jährigen das Leben kosten können. Eine Krankenschwester hatte ihn 2005 wegen Geizes und „Selbstverliebtheit“ abserviert. Auf Nachfrage der Kriminaler bestätigte der frühere Meteorologe, dass er ihr „gerne“ etwas angetan hätte. Was der Mann aus Petershausen mit seinen beiden Opfern trieb, hatte er teilweise in Horrorfilmen gesehen. In der Wohnung fand die Polizei Videos mit fast identischen Todesszenen.

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