Unfassbarer Fall von Tierquälerei

Unbekannter „entsorgt“ Kater in Müllsack: Jetzt ermittelt die Polizei

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Der Kater „Ashanti“ wird nun im Tierheim in Dachau aufgepäppelt.

Nur zufällig entdeckte eine Spaziergängerin in Petershausen einen Müllsack, aus dem es „knurrte“. Darin befand sich ein völlig panischer und abgemagerter Kater. 

Update, 5.4, 10.40 Uhr:

Eine Frau hatte beim Spazierengehen am 1.April einen zugeschnürten Müllsack mit einer Katze entdeckt. Die Dame übergab die Katze an das Dachauer Tierheim.

Nach der Berichterstattung in den Medien über das tragische Schicksal von Kater Ashanti hat nun die Polizei Dachau Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Unbekannter „entsorgt“ Kater in Müllsack

Petershausen - Als Vorsitzende des Tierschutzvereins Dachau hat Silvia Gruber schon einiges miterlebt. Doch ein besonders entsetzlicher Fall von Tierquälerei macht die langjährige Tierschützerin aktuell fassungslos.

Wie Gruber berichtet, meldete sich eine Frau am Ostersonntag beim Dachauer Tierheim. Sie hatte auf einem Spaziergang in Petershausen im Gebüsch einen blauen Müllsack entdeckt, der sich „bewegte“ und „knurrte“. Zugebunden war der Beutel mit braunem Paketklebeband. 

Weißer Kater sollte auf diese Weise „entsorgt“ werden

Die Spaziergängerin öffnete den Müllsack - und zum Vorschein kam ein völlig verängstigter Kater, der panisch fauchte und kratzte. Sie befreite das Tier, dass ihr aus Angst mehrere Kratzwunden zufügte und brachte es zu Gruber ins Tierheim. 

„Die Dame war völlig aufgelöst - und auch wir waren geschockt“, berichtet die Tierschützerin. Offenbar hatte jemand versucht, den weißen Kater auf diese grausame Weise zu „entsorgen“. Die ganze dramatische Geschichte hat das Tierheim auf seiner Facebook-Seite geteilt. 

Kater musste in Tierklinik

Das panische Tier, das unterernährt und dehydriert war, wurde von den Tierheim-Mitarbeitern zunächst in die Tierklinik gebracht. „Niemand weiß, wie lange der Kater schon in dem Müllsack gefangen war“, so Gruber. 

Mittlerweile ist das hübsche Tier, das von den Tierheim-Mitarbeiterin „Ashanti“ getauft wurde, wieder ins Tierheim zurückgekehrt und wird dort aufgepäppelt. 

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Auf der Facebook-Seite der Einrichtung haben die Tierschützer einen weiteren Eintrag mit Bildern veröffentlicht - zum Glück geht es dem Kater schon deutlich besser. „Er ist sehr lieb, er frisst ein bisschen, am liebsten von der Hand. Weitere Untersuchungen werden im Lauf der Woche gemacht, wir wollen ihn nicht überfordern. Auf alle Fälle genießt er die Streicheleinheiten und schnurrt wie ein Weltmeister“, ist in dem Posting zu lesen. 

Entsetzen und Wut auf Facebook

Dass die traurige Geschichte des Katers nicht nur Gruber und die Finderin entsetzt, zeigen die vielen Nachrichten, die die Mitarbeiter des Tierheims seit dem ersten Facebook-Posting am Ostersonntag erreichten. Neben entsetzten Kommentaren finden sich auch viele zornige Rückmeldungen. „Wenn man den Täter findet, bitte auch in einen Müllsack zukleben und entsorgen...“, schreibt einer der User.

Gruber kann die Wut der Facebook-Gemeinde verstehen - doch gleichzeitig warnt sie vor Spekulationen. „Ich möchte betonen, dass wir nicht wissen, ob es der Besitzer des Katers war, der ihn in den Müllsack gesteckt hat“, sagt sie. Sicher sagen könne man nur, dass es ein menschlicher Täter war, der der Katze das angetan habe.

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Tierheim hofft auf Zeugenhinweise

Obwohl die Mitarbeiter des Tierheims wenig Hoffnung haben, dass der Tierquäler gefunden wird, ist auf der Facebook-Seite auch ein Foto des Fundort des Katers veröffentlicht. Entdeckt wurde das Tier im Gebüsch neben einem kleinen Holzhäuschen, „in Petershausen zwischen Münchner Straße und Heimweg auf einem kleiner Feldweg der beim Wertstoffhof endet“, so die Beschreibung auf Facebook.

Der Fundort des Katers, den das Dachauer Tierheim auf Facebook veröffentlicht hat.

Anzeige bei der Polizei erstattet hat Gruber bisher übrigens nicht. Die Chancen, den Tierquäler auf diese Weise zu finden, hält die Tierschützerin für sehr gering. „Wenn den Täter niemand beobachtet hat, würde das sowieso nur im Sande verlaufen“, erklärt sie. 

Sollte sich niemand melden, der den weißen Kater vermisst, wird das Tier nach einigen weiteren Untersuchungen vermittelt. Wie Gruber erklärt, hätten sich bereits mehrere Interessenten gemeldet, die „Ashanti“ ein Zuhause geben möchten.

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nema

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