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Peinliche Jobcenter-Panne: „Intime Unterlagen“ landen beim falschen Mann

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Von: Thomas Zimmerly

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Nicht nur einmal landete vertrauliche Post des Jobcenters beim falschen Adressaten. Ein Mann aus Pfaffenhofen wundert sich über die eigentümliche Auslegung des neuen Datenschutzgesetzes.

Pfaffenhofen a.d. Glonn - Als André David (40) aus Pfaffenhofen an der Glonn (Lkr. Dachau) Anfang August seinen Briefkasten leerte, rieb er sich verwundert die Augen. Das Jobcenter Giesing-Harlaching hatte ihm Kontoauszüge und weitere höchst vertrauliche Unterlagen geschickt – von einem anderen Mann gleichen Namens. 

David schickte die Papiere per Post zurück – und bekam dieselben Unterlagen am vergangenen Dienstag erneut zugestellt.Und das von ein und der selben Sachbearbeiterin! „Ich konnte es kaum glauben, wie fahrlässig mit solch intimen Unterlagen umgegangen wurde“, meint der Betreiber von vier Kindertagesstätten in München. 

„Scheinbar nimmt das Jobcenter seine Pflichten nicht ernst“

„Eine aufmerksame Mitarbeiterin hätte leicht erkennen können, dass zwar die Namen identisch sind, aber weder Alter, Adresse und Kundennummer beim Jobcenter übereinstimmten.“ Schließlich ist der „andere“ André David 16 Jahre älter und wohnt in München. 

„Dass jemand ein Fehler unterlaufen kann, ist ja nur menschlich“, sagt der 40-Jährige. „Aber den gleichen Fehler zwei Mal zu begehen, ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Täglich lese David von neuen Hürden bezüglich des Datenschutzes, „doch scheinbar nimmt das Jobcenter seine Pflichten nicht ernst“, sagt David.

Pressesprecher entschuldigt sich

Das Jobcenter entschuldigt sich für die Pannen. „Der Schutz der persönlichen Daten von Menschen, die beim Jobcenter Leistungen beziehen, ist uns sehr wichtig. Die entsprechenden Standards für den Datenschutz sind hoch. Umso bedauerlicher ist es, dass zwei Mal der gleiche Fehler passiert ist“, teilt Pressesprecher Felix Magin mit. 

Immerhin: Seine Behörde wird nun die Papiere ein zweites Mal vom falschen Adressaten zurückfordern und endgültig dem richtigen Empfänger schicken. Und vor allem: den Vorgang „an den Bundesbeauftragten für den Datenschutz und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales melden“, verspricht Magin.

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