Pferdevergewaltiger flüchtet ohne Hose

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Der Tag nach der Tat: Alfred Hierl kann es immern noch nicht fassen. Stute Electra geht es zum Glück schon wieder gut, sie bekam Schmerzmittel und Antibiotika

Dachau - Alfred Hierl und seine Frau Monika  aus Palsweis haben einen perversen Pferdeschänder auf frischer Tat ertappt. Der Mann hatte versucht, Stute Electra zu vergewaltigen. Er entkam – untenrum nackt!

Tagsüber steht Electra bei Palsweis (Gemeinde Bergkirchen) auf einer Weide. Abends kommt Alfred Hierl, um nach seiner Stute zu sehen, sie in den kleinen einsamen Stadel neben der Autobahn zu führen, zu füttern und zu versorgen. Am Dienstag aber war Electra nicht mehr draußen, als Hierl gegen 20 Uhr das Auto parkte. Da wurde der 61-Jährige schon skeptisch.

Als die Hierls sich dem Holzstadel näherten, trauten sie ihren Augen nicht: Ein nur teils bekleideter Mann sprang über die halbhohe Tür der Pferdebox und verschwand in der Dunkelheit, in seinen Händen hielt er Schuhe und Hose. Alfred Hierl und seine Frau nahmen die Verfolgung auf. Sie hatten aber keine Chance, den offenbar sportlichen Mann noch zu erwischen. „Der ist durch den Bach hinterm Stall gelaufen und war weg“, berichtet Hierl.

Der 61-Jährige vermutet, dass der Tierschänder in der Nähe sein Auto abgestellt hatte. „Der war relativ jung, ich schätze 25 bis 30, und hatte dunkle längere Haare“, sagt Hierl. Genauer kann er den Täter nicht beschreiben, alles sei so schnell gegangen.

Was der Unbekannte der 27 Jahre alten Electra angetan hat, ist noch unklar. Tierärztin Dr. Michaela Popp ist sich jedoch sicher, „dass es ihr Schmerzen bereitet hat“. Electras Geschlechtsteil war geschwollen und blutunterlaufen. Womöglich versuchte der Pferdeschänder, Electra mit einem Gegenstand zu penetrieren. Er hat dazu aber definitiv nichts Scharfes oder Spitzes verwendet, da ist sich Dr. Michaela Popp sicher. „Electra ist ein braves und sehr zutrauliches Pferd, es hat alles über sich ergehen lassen und nicht nach hinten ausgetreten“, so die Tierärztin weiter.

Zunächst muss der Gesuchte Electra von der Weide in die Box geführt haben. Dort band er die Stute extrem kurz an, fixierte sie zudem mit einem Schubkarren. Electra konnte sich nicht mehr umdrehen. Dann stieg der Mann auf eine mitgebrachte Tonne, die ihm als Podest diente, um sich an Electras Geschlechtsteil zu schaffen zu machen.

Die Dachauer Polizei hat die Tonne sichergestellt. Außerdem hat der Täter eine Socke verloren. Ermittelt wird wegen Hausfriedensbruchs und wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. „Wir nehmen die Sache sehr ernst“, sagt Polizeisprecher Michael Richter .

Das wird Hierl gerne hören. „Mir geht es vor allem darum, dass andere Pferdebesitzer aufpassen.“ Heilfroh ist er, dass er es war, der den Mann bei der perversen Tat erwischte. Denn manchmal schaut auch seine Frau Monika nach dem Pferd – allein. Hierl: „Das wäre für sie vielleicht lebensbedrohlich geworden.“

(tol)

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