Wegen Misshandlung von Senioren verurteilt

Pflegerin muss in Haft

Ebersberg – Wie groß ist das Interesse der Betreiber von Seniorenheimen, Missstände öffentlich zu machen? Auch um diese Frage ging es bei einem langwierigen Prozess am Amtsgericht Ebersberg gegen eine Altenpflegehelferin aus Dorfen.

Die 33-Jährige aus dem Landkreis Erding wurde schuldig gesprochen, in vier Fällen Schutzbefohlene misshandelt zu haben. Das Urteil: Ein Jahr und drei Monate Freiheitsstrafe. Hinzu kommt ein Berufsverbot in der Altenpflege für die Dauer von drei Jahren.

Die Staatsanwaltschaft sieht in den vier nachgewiesenen Fällen lediglich „die Spitze des Eisbergs“, da im Laufe der Verhandlung mehrere unerklärliche Missstände zu Tage traten, wie Diebstähle und mit Joghurt oder Kot verschmierte Patienten. Allesamt passiert in Einrichtungen, in denen die Verurteilte seit 2009 gearbeitet hatte. Angezeigt worden sind lediglich die Fälle in Markt Schwaben. Im dortigen AWO-Seniorenheim hat die Pflegehelferin laut Urteil im Sommer 2013 zwei knapp 100-jährige, bettlägrige Seniorinnen ins Gesicht geschlagen. Im Marienstift in Dorfen verbrühte die heute 33-Jährige eine Bewohnerin mit zu heißem Wasser. Dies geschah schon vor fünf Jahren, kam aber erst im Zuge der Ermittlungen zu den Fällen in Markt Schwaben ans Licht.

Armin Rösl

Rubriklistenbild: © dpa

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