Katalysezentrum in Garching

Pfusch am TU-Bau - Eröffnung erneut verschoben

+
Die Fertigstellung des neuen Katalysezentrums der Technischen Universität München in Garching verzögert sich wegen Baumängeln erneut.

München - Das Katalysezentrum der chemischen Fakultät der Technischen Universität München (TUM) auf dem Campus in Garching wird und wird nicht fertig, die Eröffnung verzögert sich inzwischen um mindestens zwei Jahre.

Es hat ein bisserl was vom neuen Berliner Flughafen, der seit Jahren seiner Fertigstellung harrt. Das Katalysezentrum der chemischen Fakultät der Technischen Universität München (TUM) auf dem Campus in Garching wird und wird nicht fertig, die Eröffnung verzögert sich inzwischen um mindestens zwei Jahre. Neuestes Problem: Fast alle Fenster an dem Neubau müssen ausgetauscht werden.

Schön bunt, aber auch ganz schön verflixt.

In den Scheiben ist ein Sonnenschutzsystem eingebaut, bei dem sich die Jalousien elektrisch öffnen und schließen lassen. Vor Kurzem wurde nun beim Probebetrieb festgestellt, dass einzelne Jalousien hängen bleiben, das System also wirkungslos ist. Nun müssen diese Scheiben alle ausgetauscht werden, womit frühestens im Januar begonnen werden kann. „Unser Plan ist es, das Gebäude im Juli oder August 2015 zu übergeben“, sagt Gero Hoffmann zur tz. Er ist Leitender Baudirektor vom Staatlichen Bauamt München 2, das für den Neubau zuständig ist. Ursprünglich sollte das Katalysezentrum im Frühjahr 2013 eröffnet werden. Doch ein defektes Ventil an einer Entsalzungsanlage im Sommer 2013 sowie ein fehlerhaft verlegter Estrich, der im vergangenen Winter entdeckt wurde, sorgten bereits für erheblichen Verzug. Der finanzielle Schaden dieser Pannen hält sich laut Gero Hoffmann bei dem 75-Millionen-Projekt bislang im Rahmen, die über den Haufen geworfenen zeitlichen Planungen wiegen viel schwerer.

Raummangel an der TUM

Denn längst sollten rund 340 Wissenschaftler in dem 6000 Quadratmeter großen Neubau mit ihren Forschungen auf dem Gebiet der Katalyse den Ruhm der TUM und des Freistaats mehren, wie es der damalige Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch bei der Grundsteinlegung im Juli 2009 voraussagte: „Garching und Martinsried bringen Bayern an die Weltspitze.“

Einzelne Forschungsprojekte hätten sich bereits verzögert, Berufungen von Professoren mussten teilweise aufgeschoben werden, heißt es bei der TUM. „Es ist für uns sehr ärgerlich“, sagt TUM-Pressesprecher Ulrich Marsch im Gespräch mit der tz. Die Katalyseforschung sei ein „sehr wichtiges Forschungsgebiet“. Und da parallel zu diesem Neubau derzeit die chemische Fakultät saniert werde, herrsche ziemlicher Raummangel. Garching hat rund 15 000 Studenten, „da brauchen wir dringend alle Flächen“, so Ulrich Marsch.

Vergleiche mit dem Flughafen Berlin weist Baudirektor Gero Hoffmann von sich. Das sei doch ein viel komplexeres und größeres Bauwerk. Sein Vorteil beim Katalysezentrum: „Ich weiß bei jedem Baumangel, wie man den wegmachen kann.“ Die Macher in der Hauptstadt erschienen ihm dagegen zuweilen etwas ratlos, meint er. Nicht zuletzt deshalb ist er optimistisch, was den Eröffnungstermin anbelangt: „Ich sehe nicht, wo es noch einen Schaden geben könnte.“

Volker Pfau

Auch interessant

Meistgelesen

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik

Kommentare