Angeklagter tut sie als Bagatelle ab

Azubi schießt heimlich intime Fotos von Freundinnen

Nacktaufnahmen seiner Freundinnen brachten einen Planegger in Konflikt mit der Justiz. Der 21-jährige Azubi musste sich vor dem Jugendgericht verantworten.

Planegg/KraillingDer damals in Krailling wohnhafte Azubi schoss immer wieder Fotos seiner leicht bis gar nicht bekleideten Freundinnen. Laut Anklageschrift entstanden die Schnappschüsse auch, wenn die Mädchen schliefen oder sich umzogen. Anschließend speicherte er die Bilder auf USB-Stick oder Festplatte. Zudem soll er die freizügigen Aufnahmen im Bekanntenkreis herumgezeigt haben.

Lebhaft erinnert sich eine 51-jährige Polizeibeamtin noch heute daran, wie die Mädchen ins Revier kamen: „Die beiden sind mit ihren Eltern auf der Wache erschienen und gaben an, ihr gemeinsamer Ex-Freund habe von ihnen unbekleidete Fotos im Schlaf gemacht und diese dann teilweise verschickt.“

Der junge Angeklagte ließ die Foto-Affäre als bloße Bagatelle erscheinen und erklärte: „Die Bilder sind im gegenseitigen Einverständnis entstanden. Wir haben uns gegenseitig Bilder über das Handy geschickt, früh am Morgen Selfies gemacht.“ Sein Rechtsanwalt fügte hinzu: „Es gibt auch viele Fotos von meinem Mandanten, wo er völlig unbekleidet ist.“ Er habe weder seiner ersten Freundin, mit der er von September 2014 bis Dezember 2015 eine Beziehung führte, noch deren Nachfolgerin, mit der er bis März 2016 zusammen war, schaden wollen, so der Angeklagte. „Ich fotografiere einfach gerne, das ist meine Leidenschaft.“

Die jungen Mädchen empfanden die Sache offenbar als weitaus belastender und wollten ihre Zeugenaussagen nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit machen. Öffentlich vernommen wurde lediglich ein drittes Mädchen, eine Gräfelfinger Schülerin. Die 17-Jährige, ehemals beste Freundin des Angeklagten, hat den Kontakt zu dem Planegger Azubi seit den Vorfällen abgebrochen. Im Zeugenstand schilderte die Schülerin, wie der Angeklagte ihr damals die schlüpfrigen Bilder seiner Partnerinnen zeigte.

Ein Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen sorgte schließlich für Entspannung. Jugendrichter Ralf Jehle sah von einer Verurteilung ab und stellte das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage von 500 Euro an die Lebenshilfe Starnberg ein.

Nilda Höhlein

Rubriklistenbild: © dpa

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