Plötzlich standen die Container vorm Fenster

+
Das ist der Ausblick, den Gisela und Dr. Günter jetzt aus ihrem Küchenfenster anschauen müssen

Unterföhring - Es ist ein trister Anblick, der sich seit drei Wochen 120 Unterföhringern bietet: Da, wo sie bis vor kurzem die Aussicht auf die Pfarrkirche genießen konnten, versperren jetzt Container jegliche Sicht.

Stapelweise Container - kein schöner Anblick

Zwei der Betroffenen in der Unterföhringer Neubruchstraße sind der pensionierte Umweltmediziner Dr. Günter Hauf (66) und seine Ehefrau Gisela (63). „Wir waren bislang zufrieden mit unserer Wohnung, die wir vor sieben Jahren für 240 000 Euro gekauft haben“, so Dr. Hauf zur tz. „Wir haben grüne Gärten und Spielplätze.“ Auch den Preis für die 95-Quadratmeter-Wohnung in den „Föhringer Höfen“ fanden die Haufs noch „vergleichsweise günstig.“ Als sie die Wohnung kauften, war ihnen auch bewusst, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Gewergegebiet liegt. „Doch damals lagerten hier nur Gerüste bis zum ersten Stock, Jetzt stapeln sich die Container fünf Lagen hoch.“

Das gegenüberliegende Grundstück ist seit 1978 an das Container-DepotMünchen, kurz CDM, verpachtet. Die Teilfläche gegenüber von Haufs Haus war allerdings an einen Gerüstbauer untervermietet – der Pachtvertrag lief nun aber aus. CDM brauchte Platz, weil immer mehr Container in zwischengelagert werden.

CDM-Chef Rainer Jabke kann den Ärger nicht verstehen. „Hätten die Wohnungskäufer damals uns gefragt, hätten wir ihnen sagen können, dass wir nicht wegziehen.“ Dass die Container kein schöner Anblick sind, weiß auch Jabke. „Aber was sollen wir machen? Unser Geschäft boomt. Und wir können nicht einfach woanders hin ziehen, dafür finden Sie in München kein Grundstück.“

Was Dr. Hauf und seine Nachbarn besonders ärgert: „Die Verkäufer hatten damals erklärt, dass das Containerdepot wegzieht und ein Grünstreifen angelegt wird.“ Tatsächlich wurde der Pachtvertrag aber 2002 verlängert und zwar bis 2024. Die Bayerische Hausbau, die die Häuser projektiert hatte, erklärt, dass die Firma nie eine Zusage gemacht habe, dass die Container wegziehen. Allerdings waren auch externe Verkaufsberater beteiligt.

Unterföhrings Bürgermeister Franz Schwarz (SPD) ist ratlos: „Uns sind die Hände gebunden, aber CDM könnte doch schnell wachsende Bäume pflanzen, um die Container zu verdecken.“

Johannes Welte

Die verrücktesten Geschichten aus aller Welt

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

Auch interessant

Meistgelesen

Bootsfahrt auf der Würm: Student rammt sich Holzstange in die Brust
Bootsfahrt auf der Würm: Student rammt sich Holzstange in die Brust
Auf der A9 im Kreis Freising: Sehr seltener Goldschakal überfahren
Auf der A9 im Kreis Freising: Sehr seltener Goldschakal überfahren
55-Jähriger stirbt nach plötzlichem Sturz von Laderampe
55-Jähriger stirbt nach plötzlichem Sturz von Laderampe
Schock am Vatertag: Zimmer in Doppelhaus steht in Flammen
Schock am Vatertag: Zimmer in Doppelhaus steht in Flammen

Kommentare