„Die haben das ausgenutzt“

Gemeinde erteilt Auftrag zum Heckenschnitt - doch dann werden Bäume gerodet

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Ärger wegen der Böschung: Bei der Apothekersiedlung legten von der Bahn beauftrage Arbeiter im Februar Hand an. 

Entlang der S6 bei Pöcking sind Bäume gefällt worden. Die Gemeinde hatte aber nur einen Auftrag erteilt, Hecken zu schneiden. 

Pöcking – Erst war Simone Greve (Grüne) irritiert, dann die Gemeinderäte mitsamt Bürgermeister Rainer Schnitzler. In der jüngsten Sitzung des Pöckinger Hauptausschusses berichtete Gemeinderätin Greve davon, dass die Bahn entlang der Gleise an der Apothekersiedlung Bäume gerodet habe. „Ich bin irritiert“, sagte sie. Schließlich habe der Gemeinderat keinen Auftrag erteilt. Nachdem sich auch Bürgermeister Schnitzler nicht an einen Auftrag erinnern konnte, war die Verwirrung perfekt. „Anwohner haben gesagt, die Arbeiter sind tief runter gegangen. Da hat sich jemand Mühe gemacht“, sagt Greve im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Was ist dran? Tatsächlich habe die Gemeinde der Bahn einen Auftrag erteilt, sagt Geschäftsleiter Sven Neumann auf Nachfrage. „Aber lediglich zum Heckenrückschnitt im Rahmen der Verkehrssicherheit. Das ist noch lange keine Aufforderung, das umzuwalzen.“ Da die Bäume vor Ort einen geringeren Durchmesser als einen Meter hätten, sei zwar eine Genehmigung der Gemeinde nicht notwendig gewesen – aber dem eigentlichen Auftrag entspreche es nicht. „Verkehrssicherheit lasse ich in dem Fall nicht gelten. Wir haben nicht von Abholzung gesprochen.“ Neumann geht davon aus, dass die Bahn den Auftrag eigenwillig interpretiert hat. „Die haben das einfach ausgenutzt.“ Er werde vom Unternehmen eine Erklärung einfordern.

Auf Anfrage des Starnberger Merkur begründet ein Bahnsprecher die Arbeiten mit Verkehrssicherheit. „Der Rückschnitt war notwendig, da die Begehbarkeit des angrenzenden Weges nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet war.“ Die Gemeinde habe die Bahn „auf den notwendigen Rückschnitt hingewiesen“. Daraufhin sei die Böschung auf Stock gesetzt worden. Heißt: „So zurückgeschnitten, dass die Bäume und Sträucher wieder austreiben. Sie sollen und werden also erneut Triebe bilden und die Böschung verjüngt bewachsen“, sagt der Bahnsprecher. 

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