Mit voller Absicht!

Absperrung ignoriert und Feuerwehrmann angefahren

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Poing – Unfassbar: In Poing wurde ein Feuerwehrmann mehrfach von einem Autofahrer angefahren, der partout nicht einsehen wollte, dass die Straße gesperrt ist.

Maxi Kiefinger traut seinen Augen nicht: Der Mann, der da am Steuer des Audi A6 sitzt, fährt tatsächlich schnurstracks auf ihn zu. Der 18-jährige Feuerwehrmann aus Poing steht auf der Blumenstraße, neben ihm eine Kollegin, beide sind eingeteilt, die Zufahrt zur Gruber Straße zu verriegeln. Die war am Donnerstag von der Mittagszeit bis kurz vor Mitternacht gesperrt, weil ein Bagger über 50 Liter Öl verloren hatte, das auf der gesamten Fahrbahn verteilt war. Der Audi-Fahrer aber will nicht auf die Umleitungsstrecke ausweichen, „er hat gesagt, er müsse jetzt da unbedingt rüber zu einer Baustelle“, erzählt Maxi Kiefinger am Tag danach.

Ganz langsam rollt der Wagen auf den 18-Jährigen zu, bis die Stoßstange beide Knie triff. „Ich bin etwa drei Meter zurückgewichen und habe ihm bedeutet, dass er stehen bleiben soll.“ Der 55-jährige Audi-Fahrer ignoriert dies und fährt weiter. „Wahrscheinlich war er langsamer als Schrittgeschwindigkeit unterwegs, dennoch hat’s ziemlich weh getan.“ Ein zweites Mal trifft die Stoßstange Maxis Knie. Wieder weicht er zurück, dieses Mal etwa einen Meter, wieder fährt das Auto auf ihn zu, wieder trifft es ihn. „Der Mann hätte an mir vorbei fahren können, wenn er gewollt hätte. Es war keine Absperrung aufgebaut. Aber er ist auf mich zugefahren“, schildert Maxi Kiefinger die Situation. Er habe den Fahrer angeschrien und wild gestikuliert, dass er stehen bleiben solle. Der 55-jährige Mann aber habe zurückgeplärrt: „Das ist mir wurscht, ich muss da vorbei!“ Der 18-jährige Feuerwehrmann beschreibt das Verhalten des Autofahrers als aggressiv.

Nach dem dritten Zusammenstoß habe der Audi-Fahrer doch umgedreht und sei über die Umleitungsstrecke davon gefahren. Maxi Kiefinger und seine Kollegin von der FFW Poing haben sich sowohl das Auto, als auch das Kennzeichen gemerkt, und haben die Polizei verständigt. Dort hat der 18-Jährige Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt nun wegen „versuchter gefährlicher Körperverletzung, versuchter Nötigung und Widerstand gegen Personen, die Vollstreckungsbeamten gleichstehen“, wie es im Pressebericht heißt.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erläutert ein Polizeisprecher: „Ein Feuerwehrmann ist im Einsatz eine schutzbedürftige Person, weshalb er genau so zu behandeln ist wie ein Polizist.“ Die Vernehmung des Beschuldigten stehe noch aus, zu dem Vorfall habe sich der Audi-Fahrer bislang noch nicht geäußert.

Weil auch am Tag danach seine Knie noch schmerzen und ein Knie blau ist, ist Maxi Kiefinger, der eine Ausbildung zum Spengler macht, zum Arzt gegangen. Trotz des Vorfalls will er weiter in seiner Freizeit Dienst tun für die Feuerwehr. „Eine Straßenabsperrung mache ich aber erstmal nicht mehr.“ Vor kurzer Zeit habe er einen ähnlichen Vorfall erlebt, damals sei der Autofahrer ebenfalls zunächst auf ihn zu-, im letzten Moment aber knapp an ihm vorbei gefahren. „Das war der gleiche Mann wie jetzt auch“, erinnert sich der 18-Jährige.

Armin Rösl

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