Antrag der SPD

Verhandlungen mit der MVV gefordert: Diese Gemeinden kämpfen für kostenlosen Nahverkehr

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Kostenlos fahren mit dem Bus in den Gemeinden Pliening, Poing und Anzing. So lautet ein Vorschlag der Poinger SPD-Gemeinderatsfraktion. 

Um den Autoverkehr zu vermindern und den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen, hat die SPD-Gemeinderatsfraktion einen Vorschlag: Freie Fahrt in den PPA-Bussen.

Poing – Das Angebot sollte nicht nur für die Bürger Poings allein gelten, sondern auch für die Einwohner von Pliening und Anzing, sagt Peter Maier. Das Angebot, das der Vorsitzende der Poinger SPD-Gemeinderatsfraktion meint: Die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im PPA-Gebiet.

PPA steht für Pliening, Poing, Anzing – diese drei Gemeinden teilen sich den öffentlichen Busverkehr, dessen Mittel- und Drehpunkt der S-Bahnhof Poing ist. Die Fraktion der SPD-Bürgerliste hat nun den Antrag an Poings Bürgermeister Albert Hingerl und den Gemeinderat gestellt mit folgender Bitte: „Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem MVV Verhandlungen mit dem Ziel aufzunehmen, allen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde die kostenlose Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb des PPA-Gebietes zu ermöglichen. Damit verbunden sind auch entsprechende Gespräche mit den am PPA beteiligten Gemeinden zu führen.“

Kostenloser ÖPNV: Finanzierung über die beteiligten Gemeinden

Auf die Frage, wer das bezahlen solle, antwortet Peter Maier: „Die Finanzierung kann nur über die beteiligten Gemeinden gehen.“ Deshalb der zweite Satz im Antrag. Demzufolge sollte das Gratis-Angebot für alle Bürger von Pliening, Poing und Anzing gelten. Es sei einen Versuch wert, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Gerade jetzt, da es insbesondere zwischen Poing und Pliening Meinungsverschiedenheiten gibt in Sachen Verkehr und Verkehrskonzept (beispielsweise im Zuge von Poings Neubaugebieten W7 und W8), müsse endlich damit begonnen werden, etwas zu tun. Und nicht nur zu reden oder gar zu streiten.

Erklärtes Ziel: Verminderung des Autoverkehrs

In der Begründung zum Antrag, den Maier und SPD-Gemeinderatsmitglied Reinhard Tonollo stellvertretend für die Fraktion unterschrieben haben, steht: „Mit dem Angebot einer kostenlosen Bus- und S-Bahnbenützung innerhalb des PPA-Gebietes würde sich die Attraktivität der Verbindungen, insbesondere zu den Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten in der Poinger Ortsmitte, erhöhen und zu einer Verminderung des Individualverkehrs führen.“ Das sei das übergeordnete Ziel: Den individuellen Autoverkehr zu vermindern.

Zwar wird von und in der Gemeinde Poing ein Mobilitätskonzept erstellt, dieses werde nach Ansicht der SPD-Bürgerliste aber nur schrittweise umgesetzt werden können. Und das überregionale Verkehrsbündnis im Münchner Osten, an dem elf Kommunen (unter anderem Poing und Pliening) sowie die Landeshauptstadt beteiligt sind, sei zwar gut, aber bis es erste, sichtbare Ergebnisse gibt, das könne dauern.

Weiterer Vorschlag: Bessere Verbindungen zu Klinik und Behörden in Ebersberg

Selbst Plienings Bürgermeister Roland Frick (CSU), einer der Initiatoren des Bündnisses, gab in seiner Rede beim Neujahrsempfang der Gemeinde am Sonntag zu, dass es bislang kein überregionales Verkehrskonzept gebe.

Zusätzlich zum Vorschlag der Gratis-Nutzung der PPA-Buslinien schlägt Poings SPD-Gemeinderatsfraktion vor, dass sich die Gemeinde um direkte Busverbindungen von Poing nach Ebersberg bemüht. Insbesondere, um Bürgern die Möglichkeit zu geben, direkt und schnell zur Kreisklinik und zu Kreisbehörden zu kommen. Der Antrag der SPD wird in einer der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzungen behandelt.

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