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Tochter für tödlichen Unfall verantwortlich? Geschockte Frau übergibt Gold und sechsstellige Summe in München

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Von: Anna Liebelt

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Der Englische Garten in München
Der Englische Garten in München © Tobias Hase/dpa

Ein Ehepaar aus Vaterstetten ist Opfer einer dreisten Betrugsmasche geworden. Die Kriminalpolizei Erding nimmt nun die Ermittlungen auf.

Vaterstetten - Eine vermeintlich erschreckende Nachricht erhielt eine 69-jährige Vaterstettenerin am Dienstag, 3. Januar, per Telefon: Eine bisher unbekannte Person gab sich laut Polizeibericht am Telefon als Tochter der Seniorin aus und vermittelte der 69-Jährigen glaubhaft, einen schweren Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verursacht zu haben. Um eine vorläufige Haftstrafe zu vermeiden, forderte die Betrügerin von der Seniorin Geld für eine Kaution.

Vaterstetten: Betrüger fordern 185.000 Euro am Telefon

Um die Geschichte zu untermauern, erhielt die Vaterstettenerin kurz darauf einen zweiten Anruf der Betrüger. Dieses Mal gab sich die unbekannte Täterin als angebliche Angestellte des vollziehenden Richters zu erkennen. Im Gespräch legte die Trickbetrügerin laut Beamten der Polizeiinspektion Ebersberg die Höhe der Kaution auf rund 185.000 Euro fest.

Gold und Bargeld in München übergeben

Im Glauben, der eigenen Tochter zu helfen, fuhr die Seniorin wenig später mit ihrem Ehemann zum vereinbarten Treffpunkt nach München. Dort übergab die 69-jährige Vaterstettenerin laut Polizeimitteilung Gold und Bargeld in niedriger sechsstelliger Höhe.

Aber die Betrüger meldeten sich erneut: In einem weiteren Anruf forderten die Täter noch mehr Geld. Das war der Seniorin schließlich zu viel. Sie legte auf. Wie die Beamte der Polizeiinspektion Ebersberg mitteilen, hat das Ehepaar kurz darauf den Betrug erkannt und Strafanzeige erstattet.

Gesundes Misstrauen hilft gegen Betrugsmasche

Nun hat die Kriminalpolizei Erding den Fall übernommen und warnt eindringlich vor der inzwischen altbekannten Masche: „Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit!“

Fordert eine verwandte Person sofortige finanzielle Hilfe, sollten Betroffene aufhorchen und die fraglichen Verwandten kontaktieren. Wenn der Anrufer versucht Druck auszuüben, „legen Sie einfach auf“, rät die Kriminalinspektion Erding.

Am Wichtigsten sei es jedoch, nie Geld oder Schmuck an Unbekannte zu übergeben. Denn die echte Polizei oder Staatsanwaltschaft fordere zu keinem Zeitpunkt Vermögen von Privatpersonen, um Ermittlungen durchführen zu können.

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