Public Viewing am Poinger Badesee

Der Polizei gehen die Strafzettel aus

Poing - Während vor der Großbildleinwand am Poinger Bergfeldsee rund 650 Menschen das Deutschlandspiel sahen, schrieb die Polizei knapp 100 Falschparker auf. Die Parkplatzsituation am See sorgt für Ärger.

Bestes Sommerwetter und das letzte Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft: Die Voraussetzungen für das Public Viewing waren am Sonntag am Poinger Bergfeldsee bestens. Rund 650 Menschen waren gekommen, um das Spiel live über Großbildleinwand zu erleben. Viele von ihnen kamen mit dem Auto - und viele von ihnen fanden in der Nähe des Areals keinen Parkplatz. Die Folge: Zahlreiche Autos, die rund um den See falsch abgestellt waren.

Nachdem ein Anwohner die Gemeinde und die Polizeiinspektion Poing informiert hatte, rückten Polizisten aus, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Und zu handeln: Laut Polizei mussten beinahe 100 gebührenpflichtige Verwarnungen ausgestellt werden. "Weil die Anzahl der Strafzettel so hoch war, haben die Kollegen eine Sammelliste erstellt mit den betreffenden Autokennzeichen", berichtet Manfred Winter, stellvertretender Leiter der PI Poing. Die Fahrzeughalter werden in den nächsten Tagen die Strafzettel per Post erhalten. Für das Parken im Grünstreifen oder im Halteverbot sind laut Winter 15 Euro fällig, wer im Halteverbot geparkt und zugleich den Rettungsweg blockiert hat, erhält eine Anzeige plus 40 Euro Strafe aufwärts. Die Polizei spricht von einem "katastrophalen Ergebnis" der Verkehrskontrolle am Sonntag.

Anwohner und der Pächter des Kiosks am Badesee, Jens Mende, berichten, dass das "wilde Parken" nicht nur ein Problem während der Europameisterschaft sei. "Sobald es heiß ist und die Leute zum Baden kommen, sind die Parkplätze schnell voll", sagt Mende. Zudem seien einige der Parkbuchten an der Bergfeldstraße regelmäßig von Lastwagen besetzt, die zwei Stellplätze in Anspruch nehmen. Die Folge: Die Besucher suchen sich anderweitige Parkmöglichkeiten, die zum Teil nicht erlaubt sind.

Dabei gebe es laut Polizeihauptkommissar Manfred Winter die Möglichkeit, direkt am Rand der Bergfeldstraße zu parken - auch außerhalb der Parkbuchten. Nur ein Teil sei hier als Halteverbotszone ausgewiesen.

Das Parkproblem am Bergfeldsee ist nicht neu. Schon in den vergangenen Jahren hat es immer wieder Beschwerden über zu wenige Parkplätze und zu viele Falschparker gegeben. Vor allem im Mitterfeldweg, jenem Feldweg Richtung Landsham, der als Rettungsweg dient.

"Generell wären mehr Parkplätze am See sinnvoll", meint Poings Feuerwehrkommandant Robert Gaipl. Denn der Badesee erfreue sich immer größerer Beliebtheit und sei zu einem zentralen Treffpunkt geworden - und nicht alle Erholungssuchenden kommen mit dem Fahrrad.

Darauf aber hatten der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung von Poing gehofft, als sie den Badesee planten und errichteten: Dass viele Besucher aus den anliegenden Wohngebieten das Fahrrad nutzen oder zu Fuß gehen. "Unsere Idee war von Anfang an, nicht mehr Parkplätze auszuweisen als notwendig. Der Bergfeldsee soll kein überregionaler Badesee werden - weshalb wir ihn auch nicht bewerben -, sondern ein See für die Poinger", sagt Bürgermeister Albert Hingerl. Auf dem Freizeitareal gibt es aktuell 73 Stellplätze für Autos, außerdem einen Radlparkplatz. Weitere Parkplätze sind nicht vorgesehen, so Hingerl.

von Armin Rösl

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