Polizei legte Autobahn einmal selbst lahm

Zoll und Polizei in nächtlichem Kontrolleinsatz. fkn

Freising - Fünf Stunden Totalsperre: Die Polizei legte in der Nacht zum Donnerstag zur Abwechslung einmal selbst die A 92 lahm. Die Großkontrolle zeigte, wie brav die Bürger sind.

Wer nachts auf einem Mann mit gestohlener Kettensäge trifft, ist nicht im Horrorfilm, sondern war wohl bei der Totalsperre der A 92 anläßlich einer behördenübergreifenden Großkontrolle unter Federführung der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Freising. Rund 400 Personen und 280 Fahrzeuge wurden in der Nacht auf Donnerstag kontrolliert: zwischen 22 Uhr und 3.30 Uhr war die A 92 an den Parkplätzen Moosburger Au Ost und West in beide Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Unter Federführung der Verkehrspolizei (VPI) Freising waren 61 Beamte an den Kontrollstellen im Einsatz - und dazu 23 Mitarbeiter der Mobilen Kontrollgruppen des Zolls. Logistisch wurden die Einsatzkräfte vom Technischen Hilfswerk (THW) Freising unterstützt, das die beiden Kontrollstellenausleuchtete. Und: Die Autobahnmeisterei Freising sorgte für die sichere Lenkung des Verkehrs vor den Kontrollstellen.

Ziel der Kontrolle war vor allem auch „die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität“. Doch dicke Fische zappelten nicht im Netz. Das Resümee fiel sogar ausgesprochen positiv aus: Von den 280 Fahrern stand kein einziger unter Drogen, und der einzige Alkoholfahrer hatte nur 0,33 Promille intus.

Auch harte Ganoven schienen in dieser Nacht nicht unterwegs gewesen zu sein. In einem Kofferraum fand man einen illegalen „angebohrten Gasrevolver“ und ein 43-Jähriger aus Krumbach transportierte in seinem Kofferraum eine gestohlene Kettensäge. Beamte des Zolls konfiszierten ein verbotenes Springmesser, und bei fünf kontrollierten Autofahrern stellten sie Steuerschulden in Höhe von insgesamt rund 1700 Euro sicher. In zwei Fällen wurden illegal Zigaretten eingeführt, die ertappten Schmuggler mussten 60 Euro Strafe bezahlen. Ein tschechischer Lkw-Fahrer hatte an seinem Lkw einen unerlaubten Zusatztank mit einem Fassungsvermögen von 100 Liter Diesel angebracht und wurde mit einer Geldbuße verwarnt. Und achtmal hatten Brummifahrer bereits die Lenkzeiten überschritten.

„Ein besonderes Fazit“ der Kontrolle sei auch die hervorragende Kooperation der Vielzahl an Sicherheitsbehörden mit ihren unterschiedlichen Zuständigkeiten“ gewesen, lobte Polizeihauptkommissar Bernd Gäb von der VPI Freising. Staus entstanden übrigens nicht. Als der Berufsverkehr einsetzte, war die Polizei schon wieder weg.

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