Polizei schnappt Boss der Autobumser

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Peter R. im Rückspiegel seines Ferrari – finanzierte er sich sein teures Hobby mit den fingierten Autounfällen?

Ebersberg - Der Kripo Erding ist ein großer Schlag gegen eine Autobumser-Bande gelungen! Peter R. (49) und seine Komplizen prellen Versicherungen schon seit zehn Jahren.

Die mutmaßlichen Komplizen sind Werkstattbesitzer aus dem Kreis Ebersberg. Sie sollen systematisch Unfälle vorgetäuscht und Versicherungen um mindestens 425 000 Euro betrogen haben!

Peter R. gewann bereits einige Rennen.

Im Fokus der Ermittlungen: Hobby-Rennfahrer Peter R. (49). Wie die Ebersberger Zeitung berichtet, richten sich die Vorwürfe vor allem gegen ihn und zwei weitere Werkstattbetreiber. Das Trio hat mit weiteren 16 Beteiligten ihr Unwesen getrieben – seit zehn Jahren. „Und das sind erst die Fälle, die wir ihnen bislang nachweisen konnten“, sagt Michaela Grob vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Es sei davon auszugehen, dass es sich bei den nachgewiesenen, vorgetäuschten Schadensfällen nur um die Spitze eines Eisbergs handelt.

Wie sind die Männer um Peter R. vorgegangen? „Den Versicherungen wurden Unfälle gemeldet, die mit den Unfallbeteiligten abgesprochen waren“, so die Kripo. Um hohe Schadenssummen zu erreichen, seien oft hochwertige Fahrzeuge wie Ferrari, Mercedes und BMW beteiligt gewesen.

Abgerechnet wurden Vollkasko- und Teilkaskoschäden. Zum Teil seien Unfälle in Absprache unter den Werkstätten einfach so abgerechnet worden, zum Teil seien an vereinbarten Orten Unfälle inszeniert worden, die Autos wurden anschließend notdürftig repariert, den Versicherungen seien aber hohe Schadensrechnungen präsentiert worden. „Um nicht aufzufallen, wurden die Autos auf verschiedene Personen zugelassen, die dann mit einigen hundert Euro entlohnt wurden“, berichtet die Polizei. Die neuen Halter hätten die Fahrzeuge teilweise nie zu Gesicht bekommen. Die Betrüger müssen sich ziemlich sicher gefühlt haben, denn die Autos wurden oft mehrfach für Schadensfälle benutzt.

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Das bestätigte Peter R. auch bei seiner Vernehmung: Die Versicherungen hätten ihnen den Betrug schließlich leicht gemacht. R. ist zudem ein Meister seines Fachs. Er demonstrierte seinen spannenden Werkstatt-Alltag bereits in einer TV-Reportage und ist Stammgast auf Deutschlands Rennstrecken. Die Crashs wurden meistens auf dem abgelegenen Firmengelände des 49-Jährigen in Vaterstetten arrangiert.

Peter R. und weiterer Komplize müssen laut Polizei jetzt mit einer Haftstrafe rechnen, auf den Rest kommen saftige Geldstrafen und hohe Schadenersatzforderungen von den Versicherungen zu.

Von Sebastian Arbinger und Michael Seeholzer

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