Dank Videoaufnahmen

Polizei schnappt zwei S-Bahn-Schläger (17)

München - Die Bundespolizei hat zwei mutmaßliche S-Bahn-Schläger dank Videoüberwachung ermittelt. Einer der 17-jährigen Beschuldigten aus München ist geständig und räumt ein, nach einem Fahrgast geschlagen zu haben.

Am Freitag, 17. Mai, war es laut Bundespolizei in einer S-Bahn kurz vor dem Haltepunkt Neufahrn gegen 20.30 Uhr zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen: Ein 55- jähriger Fahrgast aus Moosburg hatte während der Fahrt zwei Jugendliche angesprochen, die in der S-Bahn geraucht und den Zug verdreckt hatten.

Als diese seiner Aufforderung nicht mehr zu rauchen nicht nachkamen, zog der 55-Jährige die Notbremse. Daraufhin kam es zu einem Gerangel. Zwei zunächst unbeteiligte Fahrgäste zeigten Mut und versuchten die beteiligten Personen zu trennen. Einer von ihnen, ein bislang unbekannter älterer Mann, schob einen der Jugendlichen aus der S-Bahn, noch bevor dieser sich in die Rauferei einmischen konnte. Der andere Fahrgast, ein 15-Jähriger aus dem Landkreis Dachau, trennte die beiden miteinander rangelnden Personen und verhinderte damit eine weitere Eskalation.

Am Bahnsteig wurde ein Handy aufgefunden, das zweifelsfrei einem der beiden 17-jährigen mutmaßlichen Täter zugeordnet werden konnte. Weitere Ermittlungen führten zur Identifizierung des zweiten Verdächtigen. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Videoüberwachungsbilder. Die Ermittler fanden heraus, dass beide Jugendliche bereits alkoholisiert in Laim zugestiegen waren und auch in der S-Bahn alkoholische Getränke tranken. Die zwei waren auf dem Weg nach Freising, fuhren jedoch nach dem Vorfall und anschließender Flucht mit der S-Bahn zurück nach München.

Gegen den 17-jährigen mutmaßlichen Haupttäter ermittelt die Bundespolizei wegen Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung, seinen Kumpan erwartet eine Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Aber auch gegen den 55-Jährigen Moosburger wurde seitens des Haupttäters eine Gegenanzeige wegen Beleidigung gestellt.

Die Bundespolizei rät Fahrgästen, die in ähnliche Situationen geraten, nicht im Alleingang zu handeln und sich dadurch in Gefahr zu begeben, sondern Mitreisende auf die Lage aufmerksam zu machen und sich mit anderen zu solidarisieren. Ein lauter Hinweis mit gezielter Ansprache: „Sie, ja Sie, informieren Sie bitte den Lokführer“ oder „Rufen Sie bitte die Polizei“ bzw. ein personifiziertes „Helfen Sie mir bitte“ ist meist sehr hilfreich. Zivilcourage bedeutet auch, sich als Zeuge zu Verfügung zu stellen und sich einzelne Details des Geschehens – wie etwa die Beschreibung des Täters – einzuprägen. Die Bundespolizei dankt besonders den beiden Männern, die couragiert einschritten. Außergewöhnlich erwähnenswert ist das Verhalten des 15-Jährigen aus dem Landkreis Dachau, der beide Kontrahenten trennte und damit eine Eskalation der Gewalt verhinderte.

mm

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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