A92 bei Langenpreising

Geisterfahrer! Verhinderte Polizei furchtbaren Unfall?

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Entsetzlich endete eine Geisterfahrt vor zwei Jahren auf der A 92: Ein 80-Jähriger raste frontal in zwei Autos. Der Verursacher kam ums Leben. Pikant: Der Geisterfahrer vom Freitag wurde an der selben Stelle gestoppt.

Langenspreising - Die Autobahnpolizei Freising hat in einem beherzten Einsatz möglicherweise einen furchtbaren Unfall verhindert. In der Nacht auf Freitag wurde bei Langenpreising ein betrunkener Geisterfahrer gestoppt.

Es war in der Nacht auf Freitag, als in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums in Ingolstadt gleich mehrere Notrufe eingingen – Geisterfahrer auf der A 92. Sofort rasten zwei Streifen der Freisinger Autobahnpolizei zu dem angegebenen Abschnitt.

Rasch fiel den Beamten ein VW Golf auf, der zwischen den Anschlussstellen Erding und Langenpreising/Moosburg-Süd auf der Richtungsfahrbahn München in Richtung Deggendorf unterwegs war.

Polizeihauptkommissar Nikolaus Bischof berichtet unserer Zeitung, dass ein Polizeiwagen auf der korrekten Fahrbahnseite auf Höhe des Geisterfahrers fuhr und ihn zum Anhalten bewegte. Die Richtungsfahrbahn München wurde derweil komplett gesperrt, die zweite Streifenbesatzung stoppte den Mann direkt an der Ausfahrt.

Am Steuer des Golf saß ein 59 Jahre alter Mann aus dem Ostallgäu, der erkennbar nicht mehr Herr über seine Sinne war. Ein Alkotest ergab den Wert von 2,4 Promille. Bereits ab 1,1 Promille gelten Verkehrsteilnehmer als absolut fahrtuntüchtig. Wer sich in diesem Zustand ans Steuer setzt, begeht automatisch eine Straftat.

Der 59-Jährige wollte keine Angaben machen, warum er auf der falschen Seite unterwegs war. „Die Vermutung liegt nahe, dass es an der hohen Alkoholisierung lag“, erklärt Bischof. Auf den Geisterfahrer kommt nun ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr und Verkehrsgefährdung zu.

Unfall vor zwei Jahren endete weniger glimpflich

Das wird ihm mehrere hundert Euro Geldstrafe kosten sowie drei Punkte in Flensburg sowie ein mehrmonatiges Fahrverbot einbringen. Im Bereich der Freisinger Autobahnpolizei, zu dem die Deggendorfer und die Nürnberger Autobahn sowie ein Teil des Rings um München gehört, kommt es laut Bischof pro Jahr zu ungefähr zehn Geisterfahrten.

„Auf der A 92 waren es im vergangen Jahr sechs, wo bei der Schwerpunkt im Bereich des Neufahrner Kreuzes und Feldmoching liegt. Da scheinen einige schnell die Orientierung zu verlieren“, so der Polizeihauptkommissar. Dass nicht alle Geisterfahrten glimpflich enden, zeigt ein Fall, der zwei Jahre zurückliegt: Am 11. Januar 2013 war ein 80-Jähriger falsch auf die A 92 aufgefahren. Sein Opel raste frontal in gleich zwei Autos.

Der betagte Fahrer kam ums Leben. Es gab mehrere Verletzte. Bischof hat insgesamt die Erfahrung gemacht: „Das Gros der Falschfahrer ist im fortgeschrittenen Alter.“ Zum Vorgehen der Polizei bei einer Falschfahrermeldung erklärt der Hauptkommissar: „In der Regel versuchen wir, auf der richtigen Seite auf die Höhe des Geisterfahrers zu gelangen, um ihn zum Stoppen zu bewegen. Idealerweise gelingt es uns dann, die betroffen Fahrbahn komplett zu sperren und dem Geisterfahrer entgegenzufahren.“

Dies sei sehr riskant, „denn kein Beamter weiß, ob der Fahrer stoppt oder auf das Polizeiauto zufährt.“ Wer selbst einmal auf die falsche Spur gerät, dem empfiehlt Bischof: „Wenn es die Chance gibt, sollte man unbedingt auf den Standstreifen fahren und dort auf die Polizei warten.“ Er rät davon ab, einfach zu wenden: „Das geht meistens schief.“

Wer auf der linken Spur merkt, dass er ein Geisterfahrer ist, sollte so nah wie möglich an die Mittelleitplanke fahren, die Warnblinkanlage anstellen, aussteigen und sich in korrekter Fahrtrichtung hinter dem Auto in Sicherheit bringen.“

Hans Moritz

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