Er wäre fast erstickt

Polizisten retten den kleinen Gregor (2) vorm Tod

+
Polizisten retteten einem Bub in Sauerlach das Leben.

München - Zwei Beamte waren in Sauerlach auf Streife unterwegs, als sie plötzlich verzweifelte Hilferufe hörten. Sie eilten in einen Garten und fanden dort eine Mutter mit ihrem leblosen Kind vor.  

Es war ein Tag, wie er schöner kaum hätte sein können für die Kleinsten der insgesamt sechs Kinder (3 Monate bis 18 Jahre) der Patchworkfamilie des Ingenieurs Peter Bedurke (48) und seiner Frau Alexandra Rehlen (44). Vor dem Haus der Familie in Sauerlach drehte der Bayerische Rundfunk am 25. April eine Reportage über die Reiter der Polizei. Glücklich streichelten und fütterten die Kinder die Pferde. Auch Gregor (2), der gerade seine Zähnchen bekommt und leichtes Fieber hatte. Als die Reiter und TV-Leute einpackten, ging Alexandra Rehlen mit Gregor ins Haus. Und dann geschah es: „Auf dem Wickeltisch verdrehte er die Augen und zuckte in Krämpfen. Dann wurde er kreidebleich, die Lippen wurden blau. Er atmete nicht mehr! Ich bin so wahnsinnig erschrocken!“ Mit dem leblosen Kind im Arm stürzte sie aus dem Haus. Draußen auf der Blombergstraße stand nur noch ein Streifenwagen der Polizeiinspektion 31 aus Unterhaching. Die Polizeioberkommissare Harald Haberl (45) und Andreas Simbeck (50) wollten gerade abfahren. Die verzweifelte Mutter schrie laut um Hilfe: „Ich glaube, ich habe ganz Sauerlach zusammengebrüllt. Ich war völlig hysterisch, fiel ins Gras und habe nur noch gebettelt: Tut doch was!“

Haberl und Simbeck liefen ihr entgegen: „Plötzlich machte es plupp, und ich hatte ein Kind im Arm“, schildert Haberl die dramatischen Minuten. Polizisten müssen zwei Mal jährlich ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen. Und so handelte Haberl fast automatisch: „Ich habe das offensichtlich erstickende Kind in die Seitenlage gelegt, den Kopf überstreckt und die Brust mit drei Fingern massiert.“ So lange, bis der kleine Gregor plötzlich Schleim spuckte, nach Luft schnappte – und laut losschrie!

In der Zwischenzeit hatte Simbeck eine präzisen Notruf abgesetzt. Innerhalb von Minuten waren Ambulanzen und der Notarzt da, der Kindernotarzt landete im Hubschrauber. Und Alexandra Rehlen kam langsam wieder zur Besinnung.

Nach einigen Tagen im Krankenhaus Harlaching ist Gregor jetzt wieder daheim und erholt sich gut: „Es war ein Fieberkrampf. Ohne die Polizisten wäre mein Kind erstickt. Wir sind ihnen für immer dankbar,“ sagte die Mutter gestern unter Tränen.

Und Gregor? Der fand Polizei- und Feuerwehrautos schon immer toll: „Als wir im Notarztwagen losfuhren, machte der Fahrer das Blaulicht an. Da öffnete Gregor plötzlich die Augen, zeigte mit dem Finger nach oben, strahlte mich glücklich an und schlief wieder ein. Diesen Moment werde ich nie vergessen.

Dorita Plange

Auch interessant

Meistgelesen

Alkohol-Orgien, Raser, Vandalen - Freisinger berichten von Katastrophen-Viertel
Alkohol-Orgien, Raser, Vandalen - Freisinger berichten von Katastrophen-Viertel
Schüler und Rentner (92) krachen mit den Rädern zusammen - Krankenhaus
Schüler und Rentner (92) krachen mit den Rädern zusammen - Krankenhaus
Polizei durchsucht Wohnung von Radldieb und macht gefährliche Entdeckung
Polizei durchsucht Wohnung von Radldieb und macht gefährliche Entdeckung
Mutter und Kinder in Tölz überfahren - So riskant ist die Unfall-Kreuzung
Mutter und Kinder in Tölz überfahren - So riskant ist die Unfall-Kreuzung

Kommentare