Ein unvergessliches Erlebnis

Polizist rettet diesem Dachauer Ehepaar den Urlaub

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Glücklich in Südafrika: Martina Ernst und Robert Wanninger.

Martina Ernst (46) und Robert Wanninger (51) aus Dachau freuten sich auf ihren Traumurlaub: eine Reise mit Mietwagen durch Südafrika. Doch in Kapstadt gab es eine unangenehme Überraschung.

Dachau – Martina Ernst und Robert Wanninger sind Reiseprofis. Seit 30 Jahren schaut sich das Dachauer Ehepaar die Welt an. Stets hatten sie alles gut geplant. Nie ging bei der Organisation etwas in die Hose. Und dann das! „Ich habe vor dem Urlaub den Geldbeutel gewechselt und vergessen, den Führerschein in meinen Reisegeldbeutel zu tun“, sagt Robert Wanninger. „Gleich nach Ankunft in Kapstadt stellte mein Göttergatte fest, dass er seinen Führerschein nicht eingesteckt hat“, fügt Martina Ernst hinzu. Der Alptraum jedes Autoreisenden: Denn ohne Führerschein gibt es keinen Mietwagen. Gleich deren zwei hatten die Urlauber für ihren vierwöchigen Trip durch Südafrika, der die beiden entlang der Gardenroute via Durban bis hinauf nach Mosambik führen sollte, gebucht. Zimmer in diversen Unterkünften auch. Eine Katastrophe.

„Das Geld wäre weg gewesen. Und auch die Unterkunftsbuchungen auf unserer Route wären wohl nicht mehr zu stornieren gewesen“, sagt Robert Wanninger. Zunächst probierte es der 51-Jährige bei der Kapstadter Verkehrsbehörde. Doch dort wurde der Reisende Wanninger zum Buchbinder Wanninger. Nachdem er von einem Beamten zum anderen weitergereicht wurde, stand fest: Hilfe – Fehlanzeige!

Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. „Ich habe dann bei der Polizei in Dachau angerufen, wo ein sehr netter Herr Weber abgehoben hat. Der hat erst mal gelacht, als er unsere Geschichte gehört hat. Dann meinte er, dass er uns helfen will, obwohl es eigentlich nicht direkt sein Job sei“, erinnert sich Wanninger.

Doch noch ein Mietwagen: Robert Wanninger ist erleichtert.

Der sehr nette Herr Weber heißt mit vollem Namen Benedikt Weber, ist Hauptmeister im Streifendienst der Polizeiinspektion Dachau und vor allem: ein Organisationstalent mit prima Englischkenntnissen. Zunächst musste der Führerschein her. Den brachte Martina Ernsts Vater Hubert zur Inspektion – nachdem er den ersten Schreck überwunden und ein Taxi gefunden hatte. Weber scannte den Schein ein und sandte ihn per E-Mail an den Autoverleiher in Südafrika. Dazu schrieb er: „I can guarantee that the driving licence is not a fake and that Mr. Wanninger is allowed to drive cars in Germany.“ (Ich kann garantieren, dass der Führerschein keine Fälschung ist und dass Herr Wanninger in Deutschland Autos fahren darf.) Das wirkte.

Die doppelte Freiheit: Mit dem Wohnmobil durch Alaska

Das Ehepaar bekam seine beiden Autos und konnte seine Reise antreten. „Das hat uns total den Urlaub gerettet. Das war fantastisch. Eine solch unbürokratische Hilfe ist auf jeden Fall außergewöhnlich. Das hätte sicher nicht jeder gemacht“, ist Robert Wanninger seinem Freund und Helfer dankbar.

(ahu/zim)

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