Bei Streit von besoffenem Paar

Polizisten schossen auf ihn: So geht es Gizmo

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Au Backe! Gizmo (19 Monate) wird inzwischen in der Uni-Tierklinik behandelt.

München - Als sie beim Streit eines betrunkenen Paares einschritten, mussten Bundespolizisten am Dienstag auf den Hund der Besoffenen schießen. So geht es dem Tier namens Gizmo jetzt.

Trauriger Blick und ein Loch in der Lefze. Da steht er jetzt mit Hängeohren und hat offensichtlich Schmerzen: Boxer-Mischling Gizmo (19 Monate) hat harte Tage hinter sich. Er ist der Hund, der sich am Dienstagabend in der Dämmerung mit Bundespolizisten anlegte – und verlor. Zähnefletschend war er auf die Polizisten zugerannt. Einer der Beamten griff zur Waffe und schoss, als der Hund nur noch eine Armlänge von ihm entfernt war.

„Ein Missverständnis“, meint die Hundehalterin (37), die an diesem Abend im Alkoholrausch (2,3 Promille) mit ihrem ebenfalls angetrunkenen Freund am S-Bahnhof Fasanerie lautstark stritt. Als der Streit in Handgreiflichkeiten ausartete, mussten die Polizisten eingreifen. Das war der Moment, in dem Gizmo bellend, knurrend und zähnefletschend auf die Beamten zulief. „Er wollte doch nur den Hund hinter dem Zaun auf dem Grundstück anbellen. Das macht er immer, wenn wir dort Gassi gehen. Die Polizisten standen nur dazwischen“, erklärte die Hunderhalterin später. Für die Beamten jedoch stellte sich die Situation ganz anders dar. Sie fühlten sich bedroht von dem großen, völlig unerzogenen Boxer-Mischling. Die Bundespolizei schaltete das KVR ein und lässt nun prüfen, ob die Frau geeignet ist, einen Hund zu halten.

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Für Gizmo begann eine schmerzhafte Odyssee. Als erster nahm sich Tierarzt Daniel Prengel von der Tierrettung München des verletzten Tieres an. „Der Hund war lammfromm. Er hatte Blut verloren, war aber nicht lebensgefährlich verletzt. Ich habe ihm etwas gegen die Schmerzen gegeben und dringend empfohlen, mit ihm zur weiteren Abklärung und Behandlung in die Uni-Tierklinik zu fahren.“

Dort erschien das Pärchen mit Gizmo erst am nächsten Tag. Die Behandlung konnten sich die beiden Hartz-IV-Empfänger nicht leisten. Donnerstagfrüh schalteten sich schließlich die Inspektoren des Tierheims ein. So konnte Gizmo am Ende doch noch in der Uni-Tierklinik geröngt und behandelt werden – nunmehr als Sozialfall. Au Backe.

D. Plange

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