Passiert tagsüber etwas, wird‘s eng

Weil keiner mehr vor Ort arbeitet: Dorf-Feuerwehr kämpft gegen massive Personalsorgen

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Nachwuchswerbung war bei der Feuerwehr Polling angesagt. 

Immer weniger Menschen arbeiten auf den Dörfern - so auch in Polling. Die dortige Feuerwehr hat deshalb Nachwuchssorgen. Wenn die Situation so bleibt, hat sie irgendwann ein großes Problem.

Polling – Die Feuerwehr hat ein Problem oder genauer gesagt: Die Menschen, die Hilfe von der Feuerwehr brauchen, haben künftig ein Problem. Da immer weniger Bürger auf den Dörfern arbeiten, hat die Feuerwehr tagsüber immer weniger Aktive für Einsätze. Wenn es so weiter geht, wird eines Tages die Feuerwehr nicht mehr funktionieren. Um dem entgegen zu wirken, veranstaltete die Feuerwehr Polling einen Info-Tag unter dem Motto „Mach den ersten Schritt!“.

Auf dem „Edeka“-Parkplatz erklärte sie Besuchern, wie wichtig es ist, eine Feuerwehr vor Ort zu haben, die rund um die Uhr einsatzfähig ist. Ziel war laut Pressesprecher Harald Setzwein, neue Mitglieder zu werben. Dies wurde nötig, da der eigene Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr nicht mehr ausreicht.

Die neuen Mitglieder müssen laut Vorsitzendem Markus Pawlowski nicht unbedingt jung sein. Auch Einsteiger „im besten Alter“ seien willkommen. Der Beruf spiele dabei keine Rolle, „bei der Feuerwehr gibt es für jeden eine Aufgabe“. Die Neulinge müssten keine Pollinger Bürger sein: Auch wer im Ort arbeitet, kann die Tagesverfügbarkeit erhöhen. Auf die Frage, wie viele Frauen es bei der Pollinger Wehr gibt, antwortet der Vorsitzende: „zu wenige.“ Frauen sollten sich trauen, Dienst in der Feuerwehr zu leisten. Nach einem halben Jahr Grundausbildung können die Neueinsteiger in den aktiven Dienst gehen und dort bis zum 65. Lebensjahr bleiben.

Der Infostand war laut Kommandant Sebastian Boscolo erfolgreich. Zur Halbzeit hatten sich schon drei Bürger gefunden, die zu einer Übung kommen wollen, um die Feuerwehr-Arbeit näher kennenzulernen. Einer von ihnen ist Guido Kirner. Eine „persönliche Erfahrung mit einem Rettungserlebnis beim Sport“ brachte ihn zum Infostand. Jugendliche ab zwölf können in Polling weiter Mitglied der Jugendfeuerwehr werden.

Bürgermeisterin Felicitas Betz hält es für wichtig, die Feuerwehr gut auszustatten. Heuer haben die drei Wehren der Gemeinde (in Polling, Etting und Oderding) neue Kleidung bekommen. Außerdem trägt die Gemeinde regelmäßig Führerschein-Kosten.  

st

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