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Massive Probleme mit Postzustellung: Murnauer Firma „von der Welt abgeschnitten“

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Von: Roland Lory

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Wartet oft vergeblich auf Post: Leo Laubender, Chef der Firma Hauser.
Wartet oft vergeblich auf Post: Leo Laubender, Chef der Firma Hauser. © Lory

Probleme mit der Post gibt es derzeit landauf, landab. Auch an Murnau geht dieser Negativtrend nicht spurlos vorüber. Ein Unternehmer, der auf eine zuverlässige Zustellung dringend angewiesen ist, geht jetzt an die Öffentlichkeit.

Murnau – Leo Laubender reicht’s. Der Chef der Murnauer Firma Hauser Heizungs- und Sanitärtechnik hat schon seit längerem Probleme mit der Postzustellung. Vergangene Woche bekam der Betrieb, der an der Pfarrstraße angesiedelt ist, seinen Angaben nach an vier Tagen keine Sendungen. Teilweise kämen dann wieder 40 auf einmal. „Wir kriegen auch fremde Post“, erzählt er. Und geöffnete Briefe, die anscheinend zunächst bei einem anderen Empfänger gelandet sind und versehentlich aufgemacht wurden. „Wir sind posttechnisch von der Welt abgeschnitten“, fasst Laubender zusammen. „Es ist eine Katastrophe. Wir haben massive Probleme.“

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Probleme mit der Postzustellung - „Mordsklimmzüge“

Denn das Unternehmen ist, wie die meisten anderen Firmen auch, auf eine verlässliche und regelmäßige Zustellung angewiesen. Die Firma hätte beinahe einen Auftrag über eine halbe Million Euro nicht bekommen, weil dringend erwartete Schreiben nicht eintrafen. Eine Krankenkasse erklärte sich dann ausnahmsweise bereit, eine Bescheinigung per E-Mail zu schicken. Man habe „Mordsklimmzüge“ machen müssen, berichtet Laubender. „Es ist schon krass.“ Zwischendurch sei einen Monat mal Ruhe gewesen, die Briefe kamen regelmäßig. Doch „jetzt ist es drastisch“. Laubender betont, dass die Post eine Zustellpflicht hat. Die Firma Hauser hat schon die Bundesnetzagentur eingeschaltet. „Das ist total verpufft.“ Die Beschwerde sei an die Deutsche Post weitergeleitet worden. Von dieser sei dann ein „08/15 Schreiben“ gekommen. Von dieser Sorte besitzt Laubender mehrere. Darin wird ihm zufolge „immer großes Bedauern“ ausgedrückt, „aber es wird nicht besser“.

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Probleme mit der Post: Sprecher verweist auf deutlich erhöhten Krankenstand

Auch Post-Pressesprecher Dieter Nawrath bedauert, „dass der Kunde mit unseren Leistungen nicht zufrieden ist“. Dass es mit der Zustellung in Murnau derzeit nicht richtig klappt, begründet der Sprecher mit einem „deutlich“ erhöhten Krankenstand. Die Sommer-Infektionswelle, die derzeit ganz Deutschland erfasst, gehe auch an der Deutschen Post nicht spurlos vorbei. Dabei seien die Infektionszahlen auch mit einer Zahl von positiven Fällen insgesamt in den Betriebsstätten verbunden. „Aufgrund der dynamischen Entwicklung können wir nicht ausschließen, dass es in vereinzelten Regionen vorübergehend auch einmal zu Verzögerungen in den Betriebsabläufen kommen wird.“ Die Post tue alles dafür, „dass die Verzögerungen maximal einen Tag betragen“.

Bei der Firma Hauser hakt es schon seit rund einem Jahr an der Zustellung. Daher könne das Problem nicht nur am erhöhten Krankenstand liegen, sagt Laubender. Er macht es an einer Umstrukturierung fest. In Habach baute der Gelbe Riese 2021 nämlich einen der deutschlandweit größten Zustellstützpunkte. Derjenige, der im alten Murnauer Postgebäude angesiedelt war, war damit Geschichte (wir berichteten). Auf die Umstrukturierung angesprochen, räumt Nawrath ein: „In diesem Fall gab es leider betriebliche Probleme, die jetzt erfreulicherweise behoben sind.“

Kontakt

Wer Probleme mit der Postzustellung hat, kann die zentrale Kunden-Hotline unter Telefon 02 28/4 33 31 12 anrufen. Zudem ist die Deutsche Post über ihre Social-Media-Kanäle erreichbar.

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