Müller-Brot: Landratsamt im Belagerungszustand

Antworten Sie, Herr Landrat! Michael Schwaiger musste sich viele unangenehme Fragen stellen lassen. Foto: leh

Freising - „Nicht kritikwürdig“ sei die Arbeit der Behörden im Fall von Müller-Brot, betonte Landrat Michael Schwaiger am Freitag bei einer eilends einberufenen Pressekonferenz. Die versammelten Journalisten sahen das anders. Viele Fragen blieben offen.

Seit einer Woche geht im Sachgebiet Lebensmittelkontrolle im Landratsamt nichts mehr: Man sei nur damit beschäftigt, Presseanfragen wegen Müller-Brot zu beantworten, klagte Leiter Ingo Schwarz. Der nächste Akt in der Causa Müller folgte am Freitag. Der kleine Sitzungssaal im Belagerungszustand: Mikrofone, Blöcke, Laptops, Kameras - die Medien wollten endlich Antwort auf Fragen, die seit dem Produktionsstopp bei der Großbäckerei offen geblieben waren. Doch Landrat Michael Schwaiger und vor allem Andreas Zapf, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, gaben sich zugeknöpft.

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Beispiel 1: Schwaiger gab zwar „Schädlingsbefall in erheblichem Umfang“ zu. Um welche Schädlinge - Ratten, Kakerlaken, Mehlwürmer? - es sich aber handelte, damit wollte man trotz zigfacher Nachfragen nicht herausrücken. Erst hinterher sprach Zapf dem BR gegenüber von „Mäusen“ und „Mäusekot“.

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Beispiel 2: Am 19. Dezember 2011 hatten die Lebensmittelüberwacher zusammen mit einer Sondereinheit des Landesamts Zustände vorgefunden, die aus hygienischen Gründen eine weitere Produktion am gesamten Standort (55 000 Quadratmeter) nicht mehr zuließen. Erst am 30. Januar sei Müller-Brot aber zur Schließung aufgefordert worden. Was dazwischen passiert sei, das konnte Zapf nicht genau erklären.

Beispiel 4: Immer wieder seien seit 2009 bei den Kontrollen in Teilproduktionen Hygiene-Mängel festgestellt worden, so Zapf. Ob es sich um die Brot-, Brezen- oder Kuchenproduktion handelte - auch darauf keine Antwort.

Dennoch: Vergleiche mit dem Gammelfleisch-Skandal seien absurd, betonte Zapf. Dass die Öffentlichkeit nichts erfahren habe, obwohl man bereits im Mai 2011 die Staatsanwaltschaft Landshut eingeschaltet habe, erklärte man damit, dass Lebensmittelkontrolleure Hilfsbeamte der Justiz seien. Und man wundere sich selbst über die „schlechte Öffentlichkeitsarbeit“ von Müller, so Zapf.

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